19.07.2020 06:56 |

Viele Betroffene:

Der tiefe Fall der regionalen Vorzeige-Bank

Freundlich, hilfsbereit, regional verwurzelt und mit guten Zinsen: Für die meisten war die Commerzialbank Mattersburg das Vorzeige-Institut schlechthin. Viele verstehen immer noch nicht, wie es mit „ihrer“ Bank so weit kommen konnte. Der Schock sitzt tief, teilweise werden jetzt strengere Strafen gefordert.

Die Stimmung ist gespalten, wenn es um Martin Pucher - seines Zeichens Ex-Chef der tief gefallenen Commerzialbank - geht. Während die einen enttäuscht sind, gibt es immer noch andere, die das Engagement Puchers für die Region loben. Sportvereine, Feste und Veranstaltungen wurden unterstützt, es gab Kooperationen. Das Kreditinstitut hatte einen guten Ruf. Meist war es die einzig verbliebene Bankfiliale im Ort. Die Angestellten galten als freundlich und zuvorkommend, die Zinsen waren attraktiv. „Um die Mitarbeiter tut es mir besonders leid. Das war eine Bank mit Herz“, meint der Bürgermeister von Draßburg, Christoph Haider. Auch er ist einer der betroffenen Kunden. Andere hegen inzwischen einen Groll gegen das Institut. Hunderttausende Euro könnten manche verlieren, heißt es. Manche sollen sogar Millionen veranlagt haben, wird gemunkelt.

„Die Stimmung war schon einmal besser“, bestätigt Schattendorfs Bürgermeister Johann Lotter. Seine Gemeinde zittert ebenfalls um viel Geld. Die geplante Sanierung des Schwimmbades wurde deswegen schon verschoben. Die Bilanzen des Kreditinstituts sollen jahrelang frisiert worden sein. Offenbar war das selbst der Nationalbank bei ihren Prüfungen 2015 und 2017 nicht aufgefallen. Zumindest stellte man damals keine Ungereimtheiten fest.

Haider hofft, dass dies nach Bank Burgenland und Begas der letzte Skandal ist: „Die Bevölkerung hat die Nase voll. Um abschreckend zu wirken, braucht es wohl strengere Strafen“, so der Bürgermeister.

Christoh Miehl, Kronen Zeitung

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