16.07.2020 07:03 |

Demo & Wanderung

Heiße Protestphase gegen die 380-kV-Leitung

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs bestärkt die Freileitungsgegner und befeuert die Proteste. Heute demonstrieren die Naturschützer vor der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung. Ab morgen erklären sie die Strom-Trasse zum neuen Wanderweg.

Um 8.30 Uhr wird heute an der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung verhandelt. Zeitgleich wird vor den Toren demonstriert. Der Projektbetreiber der 380-kv-Leitung, die Austrian Power Grid, unternimmt einen neuerlichen Anlauf zur Errichtung der Masten am Heuberg. Dabei geht es heute um die Bewilligung einer Ausnahmegenehmigung für die Tonnagebeschränkung auf der Dax-Lueg-Straße in Koppl: Die tonnenschweren Lkw dürfen derzeit nicht zum Mastenstandort zufahren.

Die Leitungsgegner befürchten, dass ein gültiger Bescheid ausgestellt und einem möglichen Einspruch von Seiten der Gemeinde Koppl die aufschiebende Wirkung aberkannt wird. Das war auch bei der Bewilligung der Starkstromleitung der Fall, obwohl jetzt, wie berichtet, ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs die Leitungsgegner bestätigt.

Sie lassen nicht locker und haben diese Woche eine Reihe weiterer Aktionen geplant: Von Freitag bis Montag wandern die Naturschützer die Strom-Trasse entlang bis nach St. Johann im Pongau. „Gemeinsam werden wir die Errichtung der 380-kV-Leitung verhindern und den Trassenverlauf als herrlichen Wanderweg quer durch unser wunderschönes Bundesland etablieren“, sagt Vereinsobmann Franz Fuchsberger. Am Samstag findet zudem eine Bergmesse am Nocksteingipfel statt.

Franz Fuchsberger ist Obmann des Protest-Vereins Fairkabeln. Er rechnet im Gespräch mit der „Krone“ mit einem baldigen Baustopp:

Was erhoffen Sie sich von dem EuGH-Urteil?

Sehr viel! Es besagt, dass Projekte ohne Umweltprüfung zu stoppen sind, selbst wenn sie schon in der Realisierung sind. Die Regierung ist verpflichtet das richtigzustellen. Wir erwarten den baldigen Baustopp.

Heute wird dennoch auf der Bezirkshauptmannschaft verhandelt

Das Faktenschaffen durch Enteignungen und Vorantreiben der Arbeiten geht einfach weiter. Wir befürchten, dass ein Einspruch keine aufschiebende Wirkung erzielt.

Auch Ihre Proteste gehen weiter. Ist wandern eine nette Abwechslung zur Wald-Besetzung?

Wir wollen damit aufzeigen, wie schön unser Salzburg ist, und es vor den Masten bewahren.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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