10.07.2020 06:30 |

„BETRIFFT SALZBURG“

Die Sache mit dem Willen

Vorweg muss an dieser Stelle zweifacher Respekt gezollt werden: Einmal der ÖVP-dominierten Stadtregierung, die der ÖVP-dominierten Landesregierung in Sachen Corona-Verantwortung den Weg weist.

Hut ab aber auch vor den Festspielen, die ihren ersten Virus-Fall sehr schnell und ausgesprochen transparent gemanagt haben. Nur so geht das – und nicht anders. Die Entscheidung, an den 100-Jahr-Jubiläumsspielen trotz international wieder steigender Erkrankungszahlen festzuhalten, ist schon riskant genug.

Das in der Hofstallgasse montierte Transparent mit dem Hofmannsthal-Zitat „Wo ein Wille erwacht, dort ist schon fast etwas erreicht“, wird das Virus eher nicht abschrecken. Zumal das mit dem Willen so eine Sache ist: Die Handlungen des Menschen sind nicht frei. Es sind selten Fragen des Willens, sondern meist der Interessen.

Eine Wirtschaftspolitik, die sich weniger auf Innovationen denn auf den tadellos florierenden Tourismus verlässt, ist verletzlich. Salzburgs Gastwirte und Hoteliers bieten im Vergleich zu vielen anderen Betrieben in Österreich herausragende Qualität. In dieser beispiellosen Krise haben sie jedoch schwer zu kämpfen. Und da steht die Politik vor einer permanenten Güterabwägung. Einige in der Landesregierung sind ja mit der griechischen Mythologie vertraut. Und so wissen sie von Odysseus’ Schicksalswahl, in der die Seele mit dem Schicksal einverstanden ist, obwohl sie vom kommenden Leid weiß.

Claus Pandi
Claus Pandi
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