Toni Mörwald

„Niemand gekündigt, Mitarbeiter sind Familie“

Toni Mörwald hatte während des Corona-Lockdowns viele Sorgen: Seine Betriebe standen still, die Mitarbeiter hatten keine Arbeit. Kündigen wollte er trotzdem niemanden. Was in ihm während des Lockdowns vorging und wie er die Situation nun meistern will? Das sehen Sie im Video.

Seinen 53. Geburtstag bestritt er am Tag des Lockdowns, dem 13. März. Doch die - nicht nur für Gastronomen - wirtschaftlich prekäre Situation brachte Tausendsassa Toni Mörwald und seine Ehefrau Eva nicht aus der Fassung. „Na ja, man merkte relativ rasch, dass es uns alle nur wegen des Essens und Trinkens nicht wirklich braucht“, versucht der Betreiber von Häusern wie seinem Relais-&-Châteaux-Restaurant Zur Traube in Feuersbrunn in Niederösterreich oder dem Le Ciel in Wien uns zu erklären.

Man musste einen Schritt weiter gehen, „und zwar insofern, dass wir jetzt noch viel mehr Erlebnis kreiert und Regionales ebenso noch mehr zum Teil des Gesamtkonzeptes gemacht haben“. Ein Zurückrudern oder Kleinbeigeben gibt’s bei Mörwald (der Workaholic schläft jeden Tag maximal vier bis fünf Stunden, geht jeden Morgen 40 Kilometer Fahrrad fahren) nicht. „Stimmt ganz genau. Denn ich bin der Meinung, dass wir trotz der Widrigkeiten optimistisch sein müssen. Meine Devise ist eine ganz klare: ,Viele kleine Schritte sind auch ein Fortschritt!‘“ Wo er recht hat ...

Grill Royal auf Schloss
Das war auch einer der Gründe, warum der Herdkünstler nun einen „Grill Royal auf Schloss Grafenegg ins Leben rief. „Vom Steak nach Wahl bis hin zum Seewolf in einer Salzkruste kann man alles haben“, erzählt er über seinen Königs-Grill, den er jeden Freitag bis 9. August vor der Prachtkulisse des Schlosses macht. Und jedes Mal mit Weinen aus der Region. Beim Stichwort, auch diesbezüglich blieb er während Corona nicht untätig. Sein neuer Top-Treff, mit Namen Weinblick, ist ein Weinkeller mit Sonnenterrasse, mitten in der sanften Hügellandschaft des Kamptales. Wer rastet, der rostet, Herr Mörwald? „Ja, auf jeden Fall. Das ist auch der Grund, warum wir ein Familienunternehmen sind. Denn bei uns ziehen alle an einem Strang und tauchen an!“

Eine Qualität, die viele Freunde und Weggefährten an ihm schätzen und mögen. So auch Wilhelm Hörmanseder. Der CEO der Mayr-Melnhof-Karton-AG und Papa von Austro-Top-Designerin Marina Hoermanseder ist Stammgast in den Gastrostätten des Starkochs. Wir trafen Hörmanseder bei unserem Tag mit Wirbelwind Mörwald in Grafenegg – er verriet, warum man „zum Mörwald“ kommt: „In erster Linie kennen wir uns ewig. Aber natürlich ist der Toni auch jemand, bei dem es nahezu nichts gibt, worüber er nicht Bescheid weiß. Vor allem darüber, was sich hinter den Kulissen abspielt.“ Und wie macht er es, dass er dieses Tempo durchhält? „Ich glaube, sein Schwerpunkt ist so tief, dass er einfach gar nicht umfallen kann.“

Stellt sich noch die Frage, hat Mörwald am 13. März eigentlich Geburtstag gefeiert? „Nein. Wir haben im engsten Kreis am Vorabend angestoßen. Aber da wusste noch niemand, was auf uns zukommen würde ...“

Adabei Norman Schenz, Kronen Zeitung

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