24.06.2020 18:15 |

50 % mussten schließen

Corona traf steirische Unternehmerinnen hart

Das Coronavirus und der Lockdown waren für die steirische Wirtschaft eine bittere Pille - besonders betroffen waren und sind die exakt 29.206 Unternehmen unter weiblicher Führung. Jede zweite Frau musste ihre Firma zumindest vorübergehend schließen. Ein großes Problem war vor allem die fehlende Kinderbetreuung.

Die Wirtschaft zwischen Bad Aussee und Bad Radkersburg wird immer weiblicher - bereits knapp ein Drittel der steirischen Unternehmen wird von Frauen geführt, bei den Gründerzahlen ist das Verhältnis zu den männlichen Chefs fast schon 50:50. „Und das sind schon lange nicht mehr nur Einpersonen-Unternehmen“, stellt Gabriele Lechner, Vizepräsidentin der WKO Steiermark und Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ klar. „Im Schnitt haben diese Betriebe zwischen zwei und drei Mitarbeiter.“

Doch Corona setzte vor allem den steirischen Unternehmerinnen zu - laut Umfrage des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) unter 1286 weiblichen Chefs musste jede zweite ihren Betrieb vorübergehend schließen.

Kinderbetreuung als zusätzliche Belastung
84 Prozent der Befragten sahen sich mit negativen Auswirkungen der Krise konfrontiert. Besonders hart hatten es Unternehmerinnen mit Kindern - 60 Prozent empfanden die zusätzliche Kinderbetreuung als große Herausforderung, insbesondere das „Homeschooling“ (83 Prozent). Knapp 41 Prozent hatten deshalb zu wenig Zeit für ihre unternehmerische Tätigkeit, fast ebenso viele (40) litten unter psychischer Belastung aufgrund dieser Überlastung.

„Corona hat uns die Mängel in der Kinderbetreuung und die Folgen für Frauen noch einmal deutlich aufgezeigt“, mahnt Lechner und forderte daher einmal mehr einen Ausbau der Kinderbetreuung auch in den Ferien und eine Steigerung der Betreuungsquote für unter Dreijährige. „Da liegen wir mit einer Quote von rund 26 Prozent weit hinter den von der EU vorgegeben Barcelona-Zielen von 33 Prozent.“

Akademie für Unternehmerinnen
Außerdem soll noch in diesem Jahr eine Akademie für Unternehmerinnen gestartet werden. „Hier wollen wir einerseits betriebswirtschaftliches Know-how vermitteln, aber auch Marketing-Inhalte und die Digitalisierung in all ihren Facetten stehen am Programm.“

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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