Doppelmord-Prozess

Zeuge geschockt: „Ein Unschuldiger ist gestorben“

„Mit David ist ein Unschuldiger gestorben“, sagte ein Zeuge noch immer hörbar betroffen beim Doppelmord-Prozess in Linz aus. Jamal A., der Flüchtlingsbetreuer David H. und den Altbauern Franz G. in Wullowitz getötet haben soll, folgte den Zeugenaussagen am Mittwoch mit emotionslosem Gesichtsausdruck.

Bis 21.30 Uhr wurden am ersten Tag des Doppelmord-Prozesses in Linz Zeugen befragt. Zuvor hatte der angeklagte Asylwerber Jamal A. Gelegenheit, seine Sicht der Bluttat am 14. Oktober 2019 in Wullowitz darzulegen. Ein umfassendes und reumütiges Geständnis sollte es laut Verteidiger Wolfgang Blaschitz werden. Doch der 33-jährige Afghane bestritt die Tötungsabsicht.

Obwohl er extra ein Messer eingesteckt hat, so Staatsanwältin Doris Fiala, als er zu einer Aussprache mit David H. in die Flüchtlingsunterkunft ging. Nach den tödlichen Messerstichen auf dem Rot-Kreuz-Mitarbeiter erstach Jamal A. auf der Flucht auch Franz G., um an dessen Auto zu kommen.

„Nach der Geburt der Tochter hat er sich verändert“
„Am Nachmittag des ersten Prozesstages kamen Zeugen zu Wort. Mitarbeiter des Altstoffsammelzentrums, wo der Angeklagte gearbeitet hatte: „Er war am Anfang allgemein beliebt. Aber nach der Geburt seiner Tochter hat er sich verändert.“ Zuerst kam er immer zu spät, dann gar nicht mehr zur Arbeit. Das war auch der Auslöser für den Streit mit dem Flüchtlingsbetreuer. Über den ein weiterer Zeuge sagte: „Wir hatten noch nie einen so guten Betreuer. Alle waren zufrieden.“

Gutachten und Urteil
Der Prozess wird am Freitag unter anderem mit der Erörterung des psychiatrischen Gutachtens von Adelheid Kastner fortgesetzt. Am Abend soll es ein Urteil geben.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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Dienstag, 07. Juli 2020
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