04.06.2020 09:30 |

Schonende OP-Technik

Klinikum Klagenfurt: Neuer Primarius der Urologie

Seit 1. März 2020 leitet Prim. a.o. Univ.-Prof. Dr. Herbert Augustin  (52) die Abteilung für Urologie am Klinikum in Klagenfurt. Augustin folgt Prim. Dr. Klaus Jeschke, der die Pension antrat. „Ich darf eine Abteilung übernehmen, die von meinem Vorgänger, Prim. Dr. Klaus Jeschke, hervorragend geführt wurde“, freut sich Prim. a.o. Univ.-Prof. Dr. Herbert Augustin. Sein Ziel ist es, diese Arbeit weiterzuführen und die Abteilung weiterzuentwickeln.

„Die Abteilung für Urologie soll auch künftig für hohe Qualität und Therapien am aktuellen Stand der Wissenschaft stehen“, so Augustin. Der gebürtige Steirer war vor seiner Bestellung zum Primarius der Urologie am Klinikum Klagenfurt am Wörthersee in seiner Heimat, der Steiermark, tätig. In Graz wirkte er als 2. Stellvertreter des Vorstandes der Universitätsklinik für Urologie. Zudem zeichnete er auch als Leiter der Prostatakarzinomambulanz verantwortlich. Tatsächlich zählt die operative Uroonkologie zu seinen Schwerpunkten und dabei ganz besonders die chirurgische Therapie des klinisch lokalisierten Prostatakarzinoms (PCa).

Schonende OP-Technik

„Mit 25% Anteil an allen Malignomen stellt das PCa das häufigste Karzinom des Mannes und die 3. häufigste tumorbedingte Todesursache dar“, erklärt Augustin. Die zentrale Strategie bei der Behandlung des klinisch lokalisierten Prostatakarzinoms stellt die Entfernung der Prostata - die sogenannte radikale Prostataektomie - dar.

„Sehr viele Patienten fürchten sich vor den möglichen Nebenwirkungen dieser Therapie - insbesondere Inkontinenz und erektile Dysfunktion. Allerdings kam es gerade in den letzten Jahren zu einer Verfeinerung der operativen Technik und es gelingt häufig die erektile Funktion zu erhalten“, berichtet der neue Abteilungsvorstand. Diese Technik erlernte Augustin im Zuge eines einjährigen Aufenthaltes am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Primarius ist die Behandlung bei Harnblasenkarzinom. „Von dieser Erkrankung sind immer öfter Frauen betroffen“, so Augustin. Die Ursache ist unter anderem das Rauchen. Die Diagnose erfolgt manchmal erst im fortgeschrittenen Stadium. Eine Harnblasenentfernung ist dann meist die einzige Therapieoption. „In derartigen Fällen ist es notwendig die Harnableitung mittels Blasenersatz zu rekonstruieren. Bei etlichen Patienten ist es möglich ein Urostoma, also einen künstlichen Darmausgang zur Harnableitung, zu vermeiden und eine Neoblase aus Darm zu bilden. Zudem setzt Primarius Augustin überall wo es möglich ist laparoskopische Techniken ein, um minimalinvasiv zu operieren.

„Vor allem bei der Nierenentfernung verzeichnen wir mit dieser Schlüssellochtechnik große Erfolge“, so Augustin, der betont, dass er sämtliche Operationen „so radikal wie nötig, aber so schonend wie möglich“ durchführt.

 Kärntner Krone
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