Corona-Krise:

Kopfweh bei kleinen Bier-Brauern

Zwei Dutzend Brauereien gibt es in Niederösterreich - in der Krise saßen viele von ihnen auf dem Trockenen und kämpften mit Umsatzeinbußen bis zu 70 Prozent.

Die Absage von Veranstaltungen, weniger Kunden auf den Märkten und natürlich die Zwangspause für die Gastronomie - vor allem kleine Brauer haben es derzeit nicht leicht. „Dass sich die Lage gerade im März so verschärft hat, war bitter für uns“, sagt Evelyn Bäck, die mit ihrem Lebensgefährten Gwaël Gauthier die Hopfenspinnerei auf Schloss Walpersdorf samt Shop in St. Pölten betreibt. Denn nach dem Weihnachtsgeschäft ist der März mit Frühlings- und Designmärkten für die Craft-Beer-Szene normalerweise die wichtigste Zeit im Jahr. Doch heuer: Umsatzeinbußen um die 70 Prozent. Braumeisterin Bäck: „Wir haben auch vorproduzierte Ware entsorgen müssen, da sich unsere unfiltrierten, unpasteurisierten Bierspezialitäten nicht lange halten.“ Aufwendige Handarbeit, hochqualitative Rohstoffe und geringe Margen sind in Zeiten einer Krise kein gutes Rezept. Dazu kommt, dass sich viele von der Politik vernachlässigt fühlen.

„Die staatliche Unterstützung ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, betont die Hopfenspinnerin. Auswege fand sie wie viele andere Produzenten im Online-Handel. Ihre Kunden selbst mit Bieren aus Niederösterreich versorgt haben auch die Brauschneider aus Schiltern bei Langenlois. Seit drei Jahren brauen Felix und Michael Schneider hier ihre Spezialitäten - jetzt machten sie selbst Touren, um ihre Kunden etwa in Wien zu beliefern. Dass er schon immer auf den Mix aus stationärem und Online-Handel gesetzt hatte, kam Markus Führer von der Gablitzer Brauerei zugute. Seine Brau- und Gärkessel blieben auch in der Krise nicht leer. Sein schönster Tag: der 14. Mai, als er rechtzeitig vor der Wiedereröffnung seine Gastrokunden in der Region beliefern konnte. „Im Schnitt hatten wir hier ein Minus von 40 Prozent“, so Führer. Was den Versand betrifft, konnte er heuer sogar deutlich zulegen.

Viele betroffene Unternehmer bedanken sich nun bei ihren Stammkunden. Nur: Die Nachfrage im Online-Shop lässt bereits spürbar nach. Wie es „danach“ in der Braulandschaft aussehen wird, ist also noch offen. Wie in der Landwirtschaft gilt auch hier das alte Credo: Wer Produkte aus Niederösterreich will, muss Produzenten in Niederösterreich unterstützen.

Kronen Zeitung

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