26.05.2020 11:22 |

Wegen Corona-Krise

Angebot und Nachfrage bei Immobilien eingebrochen

Der Shutdown wegen der Coronavirus-Pandemie hat bei Wohn- und Gewerbeimmobilien Angebot und Nachfrage einbrechen lassen. Der Ausfall der Aufträge sei „enorm“ und könne auch nicht aufgeholt werden. Deutlich rückläufig waren die Anfragen bei Wohn- und Gewerbeimmobilien, am meisten betroffen Geschäftslokale, am wenigsten Grundstücke. Zugleich sei das Angebot von Eigentumswohnungen, Einfamilienhäusern und Grundstücken stark gesunken. Bei Mietwohnungen habe es dagegen nur einen leichten Rückgang gegeben, bei Geschäftslokalen sei das Angebot ausreichend geblieben.

Bei der Hälfte der Immo-Makler-Unternehmen sei ein Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit, aber nur fünf Prozent wollten staatliche Hilfspakete in Anspruch nehmen, ergab eine Befragung unter rund 400 IR-Maklern Mitte Mai. Nur elf Prozent der Befragten glauben, den Umsatzeinbruch bis Ende 2020 aufholen zu können, auch wenn sich seit Öffnung ein Besichtigungsboom abzeichne. Denn der Shutdown habe gerade zur Hochsaison für Wohnimmobilien stattgefunden, so Andreas Gressenbauer, Vizepräsident des Immobilienring Österreich (IR).

Ausfall der Aufträge „enorm“
Georg Spiegelfeld, Präsident des IR erklärte: Der Ausfall der Aufträge sei „enorm“ und könne nicht aufgeholt werden. Der Schock durch den Shutdown sei groß gewesen, Anfragen und Angebote seien eingebrochen. Nun werde die Immo-Werbung durch die Krise umgekrempelt, die Digitalisierung erfahre einen Megaschub - digitale Plattformen würden an Wichtigkeit zunehmen.

Makler erschließen neue Vertriebswege
Mehr als die Hälfte der IR-Kanzleien habe vor allem Social-Media-Kanäle wie Facebook und Instagram gepusht, aber auch auf Plattformen sei mehr inseriert worden. Printmedien hätten - obwohl die Nutzer- und Leserzahlen so groß gewesen seien wie lange nicht - einen Rückgang von bis zu 60 Prozent zu verzeichnen. Forciert eingesetzt hätten die Makler die klassischen Vertriebs- und Marketingformen wie Telefon, virtuelle Besichtigungen, Zoom, Plakate vor Ort und Direktakquise, um mit den Kunden in Kontakt zu bleiben.

Vorhersagen schwierig
Der AirBnB-Markt sei für unbestimmte Zeit nicht mehr verfügbar, erklärt Spiegelfeld: „Die meisten AirBnB-Wohnungen werden wieder dem Mietmarkt zufließen. Auch Mietwohnungen werden wieder ein Revival erleben. In unsicheren Zeiten wird Miete bevorzugt.“ Bei Grundstückspreisen sei noch immer etwas Luft nach oben, denn diese seien mittlerweile ein Anleger-Klassiker. Vorhersagen seien wegen Rezession, Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit schwierig.

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