23.05.2020 12:25 |

Blank im Home-Office

Spencer Tunick bittet zur Nackt-Videokonferenz

Der für seine temporären Installationen aus nackten Menschen bekannte US-Fotokünstler Spencer Tunick lässt sich auch von der Coronakrise nicht von seiner Arbeit abhalten. Anstatt hüllenlose Körper dicht an dicht posieren zu lassen, fotografiert er die Modelle seiner neuesten Kunstwerke im Home-Office per Video-Schaltung.

„Ich dachte, dass Videoaufnahmen eine großartige Möglichkeit wäre, Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen“, sagte Tunick laut CNN. „Aber ich wusste nie, wie viel Emotion es den teilnehmenden Menschen bringen würde. Es hat definitiv bestätigt, dass visuelle Kunst und eine kollektive Gemeinschaft, die in dieser Zeit Kunst macht, möglich sind.“

„Zusammen auseinander“
Tunick bat Teilnehmer aus aller Welt, sich für sein Projekt „Stay Apart Together“ („Bleibt zusammen auseinander“) per Video-Schaltung bei ihm zu melden und mit Gesichtsschutzmasken koordinierte Positionen einzunehmen.

„Meine Arbeit besteht darin, nackte Menschen so nah wie möglich an eine Abstraktion heranzuführen. Und das kann ich auf absehbare Zeit nicht“, sagte Tunick gegenüber CNN. Er lebt in Rockland County, einem der am stärksten betroffenen Gebiete des Staates New York: „In den letzten 25 Jahren habe ich jedes Jahr einen Gruppenakt gemacht, und ich wollte nicht, dass dies das erste Mal ist, dass es nicht passiert ist.“

Der Fotograf verwendet FaceTime, um Porträts seiner Fans zu machen. Bisher waren an den Fotoshootings Teilnehmer aus dem Libanon, Deutschland, Thailand, Uruguay und Südafrika beteiligt. Der Künstler, der immer noch nach Modellen aus der ganzen Welt sucht, hofft, eine Reihe von Formen, Größen, Berufen und Nationalitäten sowie einen „vollen Regenbogen“ von Hauttönen zu präsentieren. Tunick sagte, das Projekt erlaube ihm, mit Menschen zu arbeiten, mit denen er sonst möglicherweise nicht arbeiten könnte.

Nackt-Event im Ernst-Happel-Strdion
Spencer Tunic sorgt immer wieder mit spektakulären Nack-Installationen für Aufsehen. Unter anderem posierten Kleidungslose für ihn vor der Oper von Sydney, in der Wüste von Nevada oder im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Insgesamt sollen bereits 18.000 Menschen bei Tunicks Nackt-Events dabei gewesen sein.

Doch jetzt geht es um Klasse statt Masse: Da der Videokonferenz-Dienst nur 50 Teilnehmer, einschließlich ihm selbst, zulässt, werden in Tunicks kommenden Bildern immer nur bis zu 49 Modelle gleichzeitig zu sehen sein. Er plant aber auch die Herstellung eines Diptychons für 98 Personen mit zwei Bildschirmen gleichzeitig.

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