17.05.2020 17:15 |

Mehr Beschwerden

Betriebe lassen viele Kurzarbeiter auf Lohn warten

Die Corona-Krise treibt bunte Blüten: Immer öfters zahlen Salzburger Firmenbosse ihren in Kurzarbeit arbeitenden Mitarbeiter kein Gehalt, weil noch kein AMS-Geld geflossen sei. „Das darf so nicht sein. Die Mittel werden immer im Nachhinein ausgezahlt“, entgegnet Arbeitsmarktservice-Chefin Jacqueline Beyer.

„Bitte warten“ – das heißt es in Salzburg in puncto Gehaltszahlung für viele Salzburger Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Vermehrt vertrösten Firmenchefs ihre Mitarbeiter mit dem Hinweis, dass auch sie noch kein Geld vom Arbeitsmarktservice (AMS) erhalten haben, weiß man bei der Salzburger Arbeiterkammer.

Mehrere Betroffene haben sich bereits gemeldet und um Hilfe gebeten: „Das ist rechtlich unzulässig, die Entgeltpflicht mit den normalen Fälligkeitsregeln bleibt beim Arbeitgeber, egal, ob dieser die Beihilfe schon erhalten hat oder nicht“, meint Arbeiterkammer-Präsident Peter Eder.

Nachsatz: „Wir unterstellen den Unternehmern hier keine Böswilligkeit. Es zeigt aber auch, wie es im Moment teils um die Liquidität der Firmen bestellt ist.“

Ähnlich sieht man die Situation beim AMS Salzburg: „Es wird und wurde immer klar kommuniziert, dass die Gelder im Nachhinein ausbezahlt werden. Wir sind ja kein Kreditinstitut“, kontert Chefin AMS-Chefin Jacqueline Beyer, die mit ihrem Team alle Hände voll zu tun hat. Seit Mitte März haben – wie berichtet – über 8846 Betriebe für ihre 101.153 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet – mit einem Antragsvolumen von über 719 Millionen Euro.

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Es wird und wurde immer klar kommuniziert, dass im Nachhinein die Gelder ausbezahlt werden. Wir sind ja kein Kreditinstitut.

AMS-Chefin Jacqueline Beyer

Ausbezahlt wurden von den seit 20. April eingereichten Abrechnungen in Höhe von 28 Millionen Euro aber „nur“ rund sieben Millionen Euro – nicht nur wegen des Zahlungsziels von einem Monat.

„Herausfordernd ist auch, dass die Anträge oft noch einmal korrigiert werden müssen – das kostet Zeit“, sagt Beyer.

Wie lange das Kurzarbeitshoch noch andauern wird, hänge vor allem von der Sommersaison im Tourismus ab.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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