12.05.2020 12:24 |

„Ausbruchsversuch“

Häftlinge wollten sich absichtlich anstecken

Einen kuriosen, wenn auch erfolglosen „Ausbruchsversuch“ haben Häftlinge in Kalifornien unternommen. Die Insassen der Haftanstalt in Castaic nahmen fälschlicherweise an, sie würden freigelassen, wenn sie sich mit dem neuartigen Coronavirus infizieren. Sie schnüffelten an gebrauchten Gesichtsmasken, tranken aus gemeinsamen Bechern und saßen dicht beieinander, um eine Ansteckung zu begünstigen. Mittlerweile befindet sich beinahe die Hälfte der Häftlinge im Bezirk Los Angeles in Quarantäne.

Während die meisten Menschen weltweit versuchen, sich vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen, hatten die Häftlinge genau das Gegenteil als Ziel. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, dass die Häftlinge genau das machen, wovon Experten abraten: zu wenig Abstand, aus gemeinsamen Gefäßen trinken und gebrauchte Gesichtsmasken herumreichen.

Freilassung von Gefangenen führte zu Trugschluss
Die Insassen dachten, wenn sie positiv auf das Coronavirus getestet werden, werden sie aus der Haft entlassen, erklärte Bezirkssheriff Alex Villanueva. Im Bezirk Los Angeles waren zuvor mehr als 5000 Gefangene freigelassen worden, um eine massive Ausbreitung des Virus in den Haftanstalten zu verhindern.

Erst als die Infektionsfälle rasant zunahmen, merkten die Behörden, was hinter den Gefängnismauern vor sich ging und auch auf den Aufnahmen von Überwachungskameras zu sehen ist: Auf einem Video ist beispielsweise auch zu sehen, wie Gefangene heißes Wasser trinken, um kurz vor einer medizinischen Untersuchung ihre Körpertemperatur zu erhöhen. Die Häftlinge haben die Vorwürfe bisher nicht eingeräumt. Aktivisten warfen den Behörden deshalb vor, die Insassen zu „dämonisieren“.

Fast 40 Prozent der im Bezirk Los Angeles Inhaftierten befinden sich derzeit in Quarantäne. Aktuell sitzen dort noch 11.700 Menschen hinter Gittern, 357 wurden positiv auf das Coronavirus getestet.

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