30.04.2020 09:00 |

Aus für Home-Office

„Gehen mit einem mulmigen Gefühl in die Arbeit“

Schwere Vorwürfe erheben Mitarbeiter des Ausbildungszentrums West für Gesundheitsberufe (AZW) und der fh gesundheit - beides stationiert in Innsbruck. Es gebe derzeit kein Home-Office, keine Schutzmasken und keine Desinfektionsmittel. Die Geschäftsführung dementiert die Anschuldigungen zum Teil.

„Wir bilden Gesundheit“ - so heißt der Leitsatz des Ausbildungszentrums West für Gesundheitsberufe (AZW). Eine Devise, die für „Krone“-Informanten in Corona-Zeiten nicht passend zu sein scheint. „Die Geschäftsführung hat beschlossen, dass sämtliche Mitarbeiter seit dem 20. April wieder im Büro arbeiten müssen - obwohl bei vielen Home-Office gut möglich wäre, man sich noch zu Hause aufhalten soll und kein Unterricht stattfindet. Das Home-Office wurde gar für die letzten zwei Aprilwochen völlig gestrichen, alle müssen ihre Arbeitszeit im Gebäude ableisten“, heißt es in einem der „Tiroler Krone“ vorliegenden Schreiben.

„Viele besorgen sich Masken im Supermarkt“
Zudem werden seitens des Arbeitgebers keinerlei Masken zur Verfügung gestellt. „Diese besorgen sich etliche Mitarbeiter beim nahe gelegenen Supermarkt. Händedesinfektionsmittel für die Büros haben wir auch nicht erhalten. Es findet keine vermehrte Reinigung bzw. Desinfektion von WC-Anlagen, Türklinken und Ähnlichem statt. Außerdem werden Konferenzen ohne Schutzvorkehrungen abgehalten."

Hunderte Personen würden sich „sinnloserweise“ in einem Gebäude bewegen, das Einhalten der Abstandsregeln sei kaum möglich. „Viele Mitarbeiter gehen mit einem sehr mulmigen Gefühl in die Arbeit“, wird ergänzt.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“
Walter Draxl, Direktor des AZW West und Geschäftsführer der fh gesundheit, versucht aufzuklären: „Wir gehören zu den Tirol Kliniken, daher haben wir seit Beginn der Krise die Aufgabe und Erlaubnis, als Teil der kritischen Infrastruktur im Einsatz zu stehen. Wir haben vom Land etwa die Aufgabe erhalten, Screenings durchzuführen - wie zum Beispiel jene der Erntehelfer in Innsbruck.“

Parallel dazu kam, dass der Unterricht plötzlich auf das E-Learning umgestellt werden musste. Es habe mit der Zeit Kritik seitens der Studierenden gegeben. „Daher präsentieren derzeit die Lehrpersonen ihr Konzept, damit wir uns verbessern können“, erklärt Draxl.

„Tragen von Mundschutz ist nicht vorgeschrieben“
Das Arbeiten von zu Hause aus sei immer eine Option für die Mitarbeiter gewesen. „Wir haben aber auch jenen, die lieber im Büro arbeiten wollten, das auch stets ermöglicht“, so Draxl. Mit der Home-Office-Variante zeigte man sich jedoch nicht zufrieden. „Daher haben wir eine 14 Tage lange Sperre verhängt, um in der Zwischenzeit die Regelung zu überarbeiten. Die neue Variante soll am 4. Mai vorliegen“, schildert Draxl.

Dass keine Masken an die Mitarbeiter verteilt werden, sei korrekt. Draxl: „Wenn wir Besprechungen machen und dabei zwei Meter Abstand zueinander halten, kann ein Mundschutz getragen werden, muss aber nicht. Grundsätzlich wird es nicht vorgeschrieben. Aber wir haben sehr viel Platz in unserem Gebäude, die Abstandsregelungen können eingehalten werden. Ich appelliere an den Hausverstand.“

Es entspreche auch der Wahrheit, dass es in der ersten Woche der Corona-Krise eine Knappheit an Desinfektionsmittel gab. „Die biomedizinische Analytik hat folglich aber selbst ein Desinfektionsmittel produziert. Wir haben für die Mitarbeiter Flaschen für zu Hause und für die Büros befüllt“, entkräftet Draxl zumindest diese Vorwürfe.

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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