29.04.2020 14:46 |

Mediziner alarmiert

Löst das Coronavirus bei Kindern Entzündungen aus?

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Veran hat sich beunruhigt über das Auftreten bestimmter entzündlicher Erkrankungen bei Kindern geäußert. Ein Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus sei nicht ausgeschlossen. Pariser Ärzte hätten ihn alarmiert, weil etwa 15 Kinder aller Altersstufen unter Symptomen wie Fieber, Beschwerden im Verdauungstrakt und unter Gefäßentzündungen litten, die eine Herzschwäche verursachen könnten, sagte Veran am Mittwoch dem Radiosender Franceinfo.

Auch Entzündungen der Herzgefäße träten mitunter auf. Todesfälle seien seines Wissens aber nicht vorgekommen, fügte der Minister hinzu. Bereits am Dienstag hatte Verans Amtskollege, der britische Gesundheitsminister Matt Hancock, einige derartige Fälle bei Kindern geschildert. Die Beschwerden würden offenbar durch eine Überreaktion des Immunsystems ausgelöst und könnten in dem neuartigen Coronavirus, der die Lungenerkrankung Covid-19 auslöst, ihre Ursache haben, sagte Hancock.

Symptome erinnern an das Kawasaki-Syndrom
Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden nahmen in den vergangenen Tagen Erkrankungen bei Kindern zu, die an das Kawasaki-Syndrom - eine Gefäßerkrankung, die aus unbekannter Ursache bei Kindern auftritt - erinnern. Einige der Kinder in Großbritannien mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Auch aus Spanien, Italien und der Schweiz wurden solche Erkrankungsfälle bei Kindern gemeldet.

Von den nun aus Frankreich und Großbritannien gemeldeten Erkrankungen waren laut Veran auch - aber nicht ausschließlich - Kinder betroffen, die positiv auf das neuartige Coronavirus SARS-Cov-2 getestet wurden. Es gebe noch „viele Fragen“ und nicht ausreichend Beweise, um einen Zusammenhang zwischen den Entzündungsprozessen und dem Coronavirus herzustellen. In jedem Fall nehme er die Meldungen „sehr ernst“, betonte Veran. Es herrsche derzeit eine „gewisse Beunruhigung und eine gewisse Wachsamkeit“.

Nur wenige Kinder an Covid-19 erkrankt
Der Minister rief die Ärzte und Wissenschaftler in Frankreich und allen anderen Ländern auf, auf derartige Fälle zu achten und so viele Informationen wie möglich zusammenzutragen. Angesprochen auf das Vorhaben, in Frankreich ab dem 11. Mai die Schulen wieder zu öffnen, hob Veran hervor, dass seit Beginn der Coronavirus-Pandemie nur wenige Kinder an Covid-19 erkrankt seien und bei schweren Fällen Vorerkrankungen bei den Kindern vorgelegen hätten.

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