Aufforstungen sterben:

Trockenheit trifft die Waldbauern nun doppelt hart

Die anhaltende Trockenheit im Land belastet Waldbauern in Oberösterreich doppelt, wie das Beispiel von Forstwirt Lukas Ganser in St. Martin im Mühlkreis zeigt. Zuerst massive Schäden durch den Borkenkäfer, dann durch die Wasserknappheit. Die Hälfte seiner im letzten Jahr gepflanzten 4000 Jungbäume ist bereits tot

Im Großteil Oberösterreichs war schon der März deutlich zu trocken; in weiten Teilen des Landes lagen die Niederschlagsdefizite zwischen 40 und 75 Prozent. Im April ist das nicht besser geworden.

Lokalaugenschein im Katastrophenwald
Lukas Ganser hat dem grünen Umweltlandesrat Stefan Kaineder gezeigt, wie diese Rekordtrockenheit die Wälder bedroht. Da ist auf der einen Seite die Borkenkäferproblematik, durch die unsere Wälder in den letzten Jahren massiv ausgeräumt werden mussten. Und auf der anderen Seite die akute Trockenheit, die die Aufforstung der letzten Jahre bereits wieder vernichtet.

Hälfte der Jungbäume ist schon tot
Bei Ganser ist circa die Hälfte der im letzten Jahr neu gepflanzten Jungbäume bereits tot. Er muss jetzt versuchen, die andere Hälfte zu retten, indem er diese mühsam im abschüssigen Gelände künstlich mit dem Güllefass bewässert. Doch selbst der (theoretische) Einsatz eines Löschflugzeugs gegen die Dürre würde nur vorübergehend helfen.

Jetzt zwei Krisen auf einmal lösen?
„Die Situation ist nicht nur am Acker dramatisch“, so Landesrat Kainederin St. Martin: „Wenn man schon einen Wald bewässern muss, ist das wirklich heftig!“ Daher sagt der Grüne: „Aus unserer Sicht ist völlig klar: Alles, was wir jetzt an Wirtschaftswunder brauchen, muss in Wahrheit der Klimaschutz herbringen. Und das geht auch.“ Die Maßnahmen- und Konjunkturpakete müssten jetzt auf beide Konten, Corona-Folgen und Klimawandel, einzahlen. „Dann gibt es die Chance, dass wir zwei Krisen auf einmal lösen“

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 25. Februar 2021
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