19.04.2020 09:00 |

In Mauterndorf

Tod nach Forstunfall: Hürden bei Trauerbewältigung

Nach dem tragischen Tod eines Jungbauern in Mauterndorf im Lungau muss die Gemeinde das Unglück noch immer verdauen. Doch wegen der Corona-Krise fällt die Bewältigung der Trauer schwer. Freunde des verstorbenen 26-Jährigen schildern die harte Situation.

Sein Vater (59) entdeckte den Jungbauern aus Mauterndorf (26) am Mittwochnachmittag tödlich verletzt unter einem Baum liegend. Am Samstag fand sein Begräbnis im engsten Familienkreis statt. „Normalerweise wäre sicher nahezu der ganze Ort zur Beisetzung gekommen“, sagt der Mauterndorfer Bürgermeister Herbert Eßl. Der Landwirts-Sohn sei „sehr beliebt“ gewesen, wie der Gemeinde-Chef der „Krone“ erklärte.

Die Freunde des 26-Jährigen stehen nun vor einem Problem. „Wir können uns nicht treffen , um darüber zu sprechen“, seufzt Florian Binggl. Binggl spielte mit dem Jungbauern zusammen in einer Party-Band und in der Mauterndorfer Blasmusikkapelle. Wegen der aktuellen Beschränkungen sei es schwer, den Tod seines Bandkollegen zu verarbeiten. Der tragische Forstunfall sei schließlich für den ganzen Ort „ein Schock gewesen“, sagt Binggl.

Zumindest eine Gedenkmesse soll stattfinden. Ein Termin steht jedoch nicht fest. Die Mauterndorfer Landjugend will ihrem ehemaligen Leiter nun ein Andenken setzen. Doch die Planung gestaltet sich schwierig. „Wir können uns derzeit nur über das Handy per Whatsapp absprechen“, klagt der Ortsgruppen-Obmann Laurenz Stoff.

Der Salzburger Bestatter Paul Buchsteiner versteht die aktuellen Sorgen trauernder Angehöriger. „Natürlich ist es auch für uns eine Umstellung, dass Begräbnisse derzeit nur im engsten Kreis stattfinden“, sagt der Unternehmer, der seit 19 Jahren im Geschäft ist. Buchsteiner will jedoch mit Alternativen Abhilfe bei der Trauerbewältigung schaffen. „Wir bieten unseren Kunden Videoaufnahmen der Begräbnisse an und arbeiten mit Kamera-Teams zusammen.“ Derzeit halte sich die Nachfrage allerdings in Grenzen. Auf das persönliche Gespräch im Vorfeld von Bestattungen verzichtet Buchsteiner noch nicht. „Eine Bestattung ist etwas sehr spezielles. Das lässt sich nur von Angesicht zu Angesicht klären.“

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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