15.04.2020 14:00 |

Tiere und Corona

Salzburgs Zoo-Tiere werden Corona-Krise überleben

In manchen deutschen Tiergärten müssen, wie der Focus berichtet hat, Tiere im Notfall aufgrund von Geld- und Futtermangel in der Corona-Krise „geschlachtet“ werden. Zoo Salzburg Geschäftsführerin Sabine Grebner gibt Auskunft darüber, wie die derzeitige Lage in Hellbrunn aussieht.

Krone: In Deutschland wird bereits über das „Schlachten“ von Tieren in Zoos nachgedacht, weil die finanziellen Ressourcen oder das Tierfutter mancher Zoos nicht mehr lange ausreichen. Denkt man auch in Salzburg über solche drastischen Maßnahmen nach?

Sabine Grebner: Nein. Wir haben große Verpflichtungen unseren Tieren gegenüber und knabbern derzeit unsere finanziellen Polster an. Eingespart wird beim Marketing, bei nicht notwendigen Reparaturen aber nicht beim Tierfutter oder der Tierpflege.

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Krone: Hält sich der Salzburger Zoo ausschließlich mit seinen finaziellen Polstern über Wasser?

Grebner: Auch wenn die besucherlose Zeit weh tut: Der Salzburger Zoo hat in den letzten Jahren gut gewirtschaftet. Er erhält aber zusätzlich Spenden von privaten Tierfreunden sowie von Partnerfirmen und kann sich so ganz gut über Wasser halten. Was uns in dieser Situation noch zugute kommt: Wir haben auch nicht so viele heikle, kostenintensive Tiere, wie etwa Koalas oder Pandas, die zum Beispiel die Bambus benötigen. Dieser kommt von weit her und die Nachlieferungen sind derzeit schwierig.

Im Tiergarten Salzburg können die Tiere mit regionalem Futter versorgt werden und sind deshalb nicht auf den internationalen Markt angewiesen.

Krone: Um das Ganze einmal aus einem positiven Blickwinkel zu sehen - genießen die Tiere im Zoo vielleicht sogar die besucherlose Zeit und können sich so richtig erholen?

Grebner: Eher im Gegenteil. Den Tieren fehlt die gewohnte Kommunikation mit den Besuchern. Zu Ostern war ich selbst mit meinem Sohn und Hund im Zoo. Die Tiere sind sofort hergekommen und haben Kontakt aufgenommen - speziell bei den Affen fällt das auf. Für die Tiere sind Besucher ja auch interessant und einige kokettieren gerne mit Menschen. Wenn es ihnen zu viel wird, können sie sich zurückziehen.

Krone: Rund um Ostern ist doch eigentlich die Zeit, in der sehr viele Menschen den Zoo besuchen, oder?

Grebner: Ja, vor allem, weil wir da viele Jungtiere haben. Zu dieser Jahreszeit gibt es einige Überraschungsschwangerschaften, da man manchen Tieren die Trächtigkeit nicht anmerkt. Eine Geburt, auf die wir uns aber schon freuen können ist die, von einem Babynashorn im Mai. Wann wir wieder öffnen dürfen bleibt noch abzuwarten, aber ich hoffe, dass auch die Gäste des Zoos bald schon das kleine Nashorn „live“ erleben dürfen.

Karina Langwieder
Karina Langwieder
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