Kompromissbereit

Austrias Ilzer für baldiges Kleingruppen-Training!

Austria-Trainer Christian Ilzer hat sich in der Coronavirus-Krise für eine baldige Rückkehr auf den Trainingsplatz ausgesprochen. Der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga ist seit 10. März unterbrochen, trainiert wird derzeit nur zu Hause. „Umso schneller man auch in Kleingruppen trainieren könnte, umso besser wäre es“, sagte Ilzer am Donnerstag in einem Video-Interview auf der Austria-Website.

Sportminister Werner Kogler hatte sich zu dem Thema vergangene Woche gesprächsbereit gezeigt. Die Gesundheitsbehörden prüfen derzeit, ab wann das Betretungsverbot für Sportstätten in Einzelfällen aufgehoben werden könnte. Laut Ilzer könne man sich durchaus an den großen Fußball-Ligen wie England oder Deutschland orientieren. In der deutschen Bundesliga wird teilweise seit einer Woche wieder gemeinsam trainiert. Die gesetzlichen Vorgaben sind nach Bundesländern aber unterschiedlich - eine Form der Wettbewerbsverzerrung. „Das würde mir gar nicht gefallen“, betonte Ilzer. „Es müsste einen klaren Zeitpunkt geben, an dem wir alle starten, mit den gleichen Voraussetzungen.“ Schon in Kleingruppen könnte man den Ball sowie technische und kleine taktische Elemente einbauen.

„Es hätte wieder mehr Ablauf, und wir hätten auch mehr Qualitätssicherung aus dem Training heraus“, erklärte der Austria-Trainer die Vorteile. Bevor der Liga-Betrieb wieder beginne, sei aber auch Mannschaftstraining unbedingt vonnöten. Bei der Dauer der Vorlaufzeit würde Ilzer Abstriche machen. Eine Woche oder zehn Tage könnten „ausreichend sein, um wieder in einen Wettkampf-Zyklus zu gehen“. Man müsse kompromissbereit sein, aber auch die Verletzungsgefahr für die Spieler beachten. „Ideal wird es nicht sein, so wie es kommt. Am Ende wollen wir aber alle diese Saison sportlich zu Ende spielen.“

Dafür müssten wohl auch Geisterspiele in Kauf genommen werden. Größere Veranstaltungen sind in Österreich zumindest bis Ende Juni verboten, die Ansteckungsgefahr wäre zu groß. Ilzer könnte sich unter diesen Umständen „damit arrangieren“, den Rest der Saison oder bis zu einem gewissen Zeitpunkt ohne Zuschauer zu spielen. „Wir müssen wieder in die Medienwelt zurückkehren. Unsere Spiele müssen im Fernsehen gezeigt werden, denn dadurch kommt unsere ganze Ernährungskette wieder in Schwung“, erklärte der 42-jährige Steirer. „Das ist jetzt existenziell für alle Klubs sehr, sehr wichtig.“ Kommenden Mittwoch berät das ÖFB-Präsidium, wie die Saison bei einem allfälligen Abbruch zu werten wäre. Am Tag darauf entscheidet die Bundesliga in einer Video-Klubkonferenz ihr weiteres Vorgehen. Ilzer sprach sich aus Fairnessgründen dafür aus, alles daran zu setzen, die Saison zu Ende zu spielen.

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