10.04.2020 12:05 |

Kirchenvolks-Begehren

Tiroler Rebellen forderten die katholische Kirche

Der Karfreitag vor 25 Jahren. In Tirol wird die Unterschriftenaktion „Kirchenvolks-Begehren“ initiiert. Der Erfolg überraschte alle: 505.000 Österreicher unterschrieben die Reform-Forderungen. Die Plattform „Wir sind Kirche“ wurde gegründet. Vorsitzende Martha Heizer sieht seither einiges erreicht, aber viel noch offen.

Die Tiroler Religionspädagogen Martha Heizer, Thomas Plankensteiner und Bernadette Wagnleithner trauten sich 1995 was. Der Missbrauchsskandal um den Wiener Kardinal Hans Hermann Groër war Anlass, aber längst nicht einziger Grund für ihre Unterschriftenaktion und die Gründung der Reformbewegung „Wir sind Kirche“.

Der Vatikan war alarmiert
Fünf Forderungen wurden aufgestellt. Forderungen wie die Abschaffung des Pflichtzölibats, Frauen in allen kirchlichen Ämtern, mehr Mitbestimmung. Der Vatikan war alarmiert. Er konnte die Reformstimmen nicht mehr überhören. Denn sie wurden nicht nur in Österreich laut. „Der Widerstand war groß. Aber wir bekamen auch viel Zuspruch, vor allem aus der Kirchenbasis. Wir haben ausgesprochen, was viele dachten. Die Zeit war reif dafür“, blickt Heizer zurück.

Pflichtzölibat mit Ablaufdatum
Die Absamerin und ihre Mitstreiter sahen sich stets als Reformer, nicht als Separatisten. Mit Papst Franziskus sei viel in Bewegung geraten, zieht Heizer Bilanz. Sie sieht das Pflichtzölibat mit Ablaufdatum versehen. Mit der Demokratie, aber vor allem mit der Gleichstellung der Frau tue sich die Amtskirche noch immer schwer, analysiert die Vorsitzende von „Wir sind Kirche“. Sie und ihr Mann wurden 2014 wegen einer privaten Eucharistiefeiern aus der Kirche ausgeschlossen. Die Diözese forderte Reue und Entschuldigung. Dafür sieht die Tiroler Rebellin aber keinen Grund.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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