08.04.2020 17:00 |

Rad oder Skier tabu

Erneuter Appell an Tiroler: „Keine Bergtouren!“

Nachdem die Vollquarantäne in Tirol seit Dienstag beendet ist und die Karwoche mit sonnigem Bergwetter aufwartet, hat Tirols Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP) an die Tiroler appelliert, keine Bergtouren mit dem Rad oder den Skiern zu unternehmen. Indes stellte er am Mittwoch auch Betretungsverbote - wie etwa für Downhill-Strecken - in den Raum.

„Wir sind noch nicht über den Berg, das heißt deswegen gehen wir nicht auf den Berg“, sagte Geisler. Falls zu viele Menschen nun beispielsweise Bergtouren unternehmen würden, wolle er aber keinen Alleingang Tirols mehr - etwa in Form einer neuen Verordnung.

Ein Betretungsverbot auf den Bergen sei zudem schwierig umzusetzen. Dies würde aber erst dann angedacht, sobald die Situation „aus den Fugen gerät“. Er meinte, dass die Tiroler auch „ohne rechtliche Handhabe“ dem Appell Folge leisten würden.

Ansteckung bei Hilfeleistung
Geisler warnte vor allem aufgrund des Verletzungsrisikos vor Sportarten wie Klettern, Skitouren, Mountainbiken oder Bergsteigen. Auch der Präsident des Österreichischen Alpenvereins, Andreas Ermacora, warnte vor Sport im Gebirge. Man müsse bei einem Unfall davon ausgehen, dass man in „unwegsamen Gelände“ geborgen werden müsse und auf die Hilfe Dritter angewiesen sei. Ein direkter Kontakt - wobei der Verunfallte mit dem Coronavirus infiziert sein könnte - sei dabei unvermeidbar.

Die Problematik bei diesem direktem Kontakt sprach Hermann Spiegl, Landesleiter der Bergrettung Tirol, an. Die Einsätze gestalten sich derzeit sehr aufwendig, aufgrund der zusätzlich notwendigen Schutzausrüstung. In jedem Bezirk sei ein „Infektauto“ bereitgestellt, das nach jedem Einsatz desinfiziert werden müsse. Die Bergrettung setze derzeit verstärkt Hubschrauber zur Bergung ein - ein Einsatz sei derzeit in Summe wesentlich teurer als üblich.

Finanzielle Unterstützung für Sportvereine
Unterdessen kündigte Geisler an, dass Sportvereinen und Verbänden aufgrund der Coronakrise finanziell unter die Arme gegriffen werde. Bei der kommenden Regierungssitzung würden 1,3 Millionen Euro für sie freigemacht. Ebenso werden Vereine bzw. Veranstalter, die eine Sportveranstaltung geplant und absagen mussten, um bereits angelaufene Kosten entlastet. Die Sportförderung werde wie gehabt fortgeführt.

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