05.04.2020 06:00 |

Kampf gegen Virus

Corona-Maßnahmen: Wie es unsere Nachbarn machen

Die acht Länder rund um Österreich ergreifen oft ähnliche Maßnahmen gegen das Virus. Manche mehr, manche haben Lockerungen.

Viele der Maßnahmen, die bei uns getroffen wurden, gelten auch bei unseren Nachbarländern. Die Grenzen sind dicht, die Schulen weitgehend zu, Veranstaltungen verschoben oder abgesagt. Erlaubt bleiben Einkäufe, Arztbesuche und der Weg zur Arbeit.

In Deutschland ergreift nicht der Bund, sondern hauptsächlich die Länder die Maßnahmen. Einen bundesweiten Katastrophenfall kennt Deutschland nicht, denn Katastrophenschutz fällt in die Zuständigkeit der Länder. Die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten obliegt der Entscheidung der Bundesländer. Eine Ausgangssperre gilt bislang nur in Freiburg und für den bayrischen Ort Mitterteich nahe Tschechien.

Bewohner, die ohne triftigen Grund fortgehen wollen, müssen zu Hause bleiben. Auch die Regelungen für Menschenansammlungen sind von den Ländern geregelt. Etwa sind die großen Musikfestivals wie das Wacken Open Air in Schleswig-Holstein mit bis zu 100.000 Besuchern noch immer nicht abgesagt. In Restaurants müssen Gäste bzw. Tische besonderen Abstand einhalten.

Italien hat zusätzlich dringlichere Maßnahmen getroffen. Sizilien und Sardinien sind vom Flug- und Schiffsverkehr für Personen abgeschnitten. Auf regionaler Ebene wurde die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Die Wohnungen dürfen nur verlassen werden, um das Allernotwendigste zu erledigen. Die Bewohner müssen den Grund dafür schriftlich festhalten, bei Verstößen droht Geldstrafe.

In der Slowakei herrscht seit 16. März der Notstand. Die Behörden dürfen die Handydaten der Bürger zur Überwachung nutzen. Menschenansammlungen sind nicht erwünscht, im Freien muss jede Person eine Maske tragen.

Noch einen Schritt drauf setzte Tschechien: Der Grenzverkehr wurde auch für die Pendler gesperrt. Wie in Deutschland sind einige Orte abgeriegelt. Das öffentliche Leben ist zum Stillstand verdonnert. Ausgenommen sind Tankstellenkantinen und Imbissgeschäfte mit Verkaufsluke. In Ungarn dürfen Gaststätten, Cafés und Ladengeschäfte bis 15 Uhr offen haben.

Seit dem 13. März wurde das Leben in der Schweiz heruntergefahren. Bis Ende April haben alle Geschäfte außer lebensnotwendiger Infrastruktur geschlossen. Skigebiete müssen bis Ende der Saison schließen. De facto hat die Bevölkerung Hausarrest. In Liechtenstein gelten dieselben Verordnungen. Dafür wurde das Sonntags- und Nachtfahrverbot aufgehoben.

In Slowenien musste die Gesundheitsversorgung heruntergefahren werden, weil viele Ärzte infiziert sind. Medizin-Studierende haben sich indes organisiert und betreuen die Kinder von quasi durcharbeitenden Krankenhaus-Angestellten. Der Mund-Nasen-Schutz für die Bevölkerung wird regional geklärt. Alleine im März wurden 7848 Arbeitslose gemeldet, das entspricht einem Plus von 51,7 Prozent im Vergleich mit Februar. Unsicherheit auch im Bildungsbereich: Wie in Österreich findet der Unterricht zu Hause statt. Kaum jemand weiß, auf welcher Grundlage die Schülerinnen und Schüler heuer benotet werden sollen.

Kronen Zeitung

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