04.04.2020 14:15 |

Maßnahmen gefordert

Ausseerland: Bürgermeister klagen über „Touristen“

Ein Brief von vier Bürgermeistern aus dem Ausseerland hat am Samstag auf Social-Media-Kanälen für viel Aufregung gesorgt. Die vier Ortschefs beklagten darin die vermehrte Ankunft von Menschen aus anderen Bundesländern bzw. Bezirken, die im Ausseerland einen Zweitwohnsitz haben. Von der Landesregierung wurden Maßnahmen dagegen gefordert.

In dem von den Bürgermeistern Gerald Loitzl (Altaussee), Klaus Neuper (Bad Mitterndorf), Franz Frosch (Bad Aussee) und Franz Steinegger (Grundlsee) unterzeichneten Schreiben hieß es, man habe mit großer Besorgnis festgestellt, „dass sich vermehrt Zweitwohnungsbesitzer und Tagestouristen im steirischen Salzkammergut aufhalten“. Dies könne aufgrund der Autokennzeichen festgestellt werden. „Im Hinblick auf die bevorstehenden Osterfeiertage befürchten wir einen noch größeren Anstieg des Zweitwohnungs- und Tagestourismus.“ Diese „Gäste“ würden sich den örtlichen Vorgaben und den Anordnungen der Bundesregierung widersetzen.

Tiroler Modell gefordert
Man fordere daher, ähnlich dem Tiroler Modell, den „Übertritt von Gemeindegrenzen“ nur noch aus den bekannten Gründen zu erlauben: „Zweitwohnungsbesitzer müssen sich entscheiden, ob sie diese Krise an ihrem Haupt- oder Zweitwohnsitz durchstehen wollen.“ Die Ortschefs ersuchten die Verantwortlichen um rasches Handeln.

„Das ist in die Hose gegangen“
Gerald Loitzl meinte gegenüber der APA zu dem Schreiben, es sei wohl nicht glücklich formuliert gewesen: „Da hätten wir wohl noch ein bisschen nachdenken müssen, das ist in die Hose gegangen.“ Es sei auch nicht vorgesehen gewesen, dass der Brief an die Öffentlichkeit gelange, betonte Loitzl. Sinn und Zweck sei es auch nicht gewesen, zusätzliche Verbote zu fordern.

Die Initiative sei von Klaus Neuper ausgegangen, so Loitzl. Auslöser sei Unmut bei der einheimischen Bevölkerung gewesen. Diese müsste zu Hause bleiben und sehe nicht ein, warum andere quasi auf Urlaub fahren könnten. Neuper habe auch das Schreiben aufgesetzt, sagte Loitzl. Er betonte, es gebe im Ausseerland keine Missstimmung zwischen Einheimischen und Zweitwohnungsbesitzern, „wir haben da überhaupt keine Probleme“.

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