02.04.2020 10:00 |

In Tirols Spitälern

Erste Stationen stoßen an die Grenzen

Die Zahl der Intensivpatienten steigt. Die Kapazitäten in den Tiroler Krankenhäusern reichen noch aus. Aber nicht überall - in ersten Sonderstationen wird es bereits eng.

Das Krankenhaus Zams liegt im Corona-Epizentrum und im Zentrum des Interesses. Dort werden, mit Stand Mittwoch, 56 Covid-19-Patienten behandelt, davon zwölf auf der Intensivstation. 17 Verdachtsfälle sind auf einer eigenen Station isoliert.

„Hausärzte entlasten“
„Die Zahl unserer Patienten pendelt zwischen 50 und 60“, berichtet Primar Ewald Wöll, ärztlicher Direktor im Krankenhaus St. Vinzenz. Noch sei Platz, sagt Wöll, aber ohne die niedergelassenen Hausärzte wäre die Situation problematisch: „Diese entlasten uns, weil sie weitere 60 bis 100 Fälle in Heimquarantäne betreuen.“ Sollte es eng werden – und das könnte laut Prognosen kommende Woche der Fall sein – kann das Spital Patienten nach Innsbruck verlegen.

An der Klinik sind mittlerweile drei Abteilungen zu reinen Covid-19-Intensivstationen erklärt worden. „Bei Bedarf kommen weitere Bereiche dazu“, erklärt Sprecher Johannes Schwamberger.

Nur noch ein Bett frei
Sehr schwere Fälle werden auf der Internistischen Intensivstation behandelt. Dort ist die Bettenkapazität mit 16 sehr begrenzt. „So gut wie jeder Patient wird beatmet. Manche brauchen Dialyse, manche eine Herz-Lungen-Maschine“, erklärt Stationsleiter Michael Joannidis. An manchen Tagen ist nur noch ein Bett frei.

Erste gute Nachrichten
Auch die Pflegekräfte dieser Station stehen vor großen Herausforderungen. „In voller Schutzausrüstung ist die Arbeit extra fordernd“, beschreibt Pflegeleiterin Regina Oberthaler. Umso wichtiger sind Erfolgserlebnisse. Oberthaler konnte gestern vom ersten Corona-Patienten auf ihrer Station berichten, der wieder ohne Hilfe der Technik atmen kann. Und schon bald soll der erste Patient die Intensivstation verlassen können.

1000 Extra-Plätze
Trotz Engpässen in einigen Bereichen: Tirolweit stehen noch rund 100 freie Intensivbetten und 300 Beatmungsgeräte bereit. 1000 Betten gibt es in Notkrankenstationen wie Reha-Kliniken.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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