28.03.2020 12:00 |

Grazer frustriert

„Wir sitzen in Skibekleidung in St. Anton fest“

Österreichische Gäste sitzen in Tirols Quarantäneorten fest, sie müssen weiter aus dem Koffer leben! Der Frust nimmt zu. Der Grazer Erwin Csaszar hat sich mit schier unglaublichen Schilderungen an die „Tiroler Krone“ gewandt. 

Während das Außenministerium großen Aufwand betreibt, im Ausland aufhältige Österreicher heimzuholen, scheint man auf die im Inland weilenden Urlauber vergessen zu haben. Diesen Eindruck hat zumindest Erwin Csaszar aus Graz, der seit 14. März gemeinsam mit seiner Frau in einer Privatpension in St. Anton festsitzt. „Wir sind am 7. März mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist und wollten eine Woche später wieder heimfahren. Seit 13. steht aber der Ort unter Quarantäne, die jetzt sogar noch einmal verlängert wurde“, kann es der Steirer kaum fassen.

„Sitzen seit zwei Wochen in Skibekleidung hier“
Csaszar sieht sich schwer benachteiligt: „Hätten wir unseren Urlaub im Ausland verbracht, wären wir längst zu Hause. So sitzen wir bereits seit zwei Wochen ohne vernünftige Verpflegung in Skibekleidung ohne jede Infrastruktur unter teilweise menschenverachtenden Umständen in Tirol fest. Langsam gehen uns alle Reserven aus. Ich habe mehrere Mails an zuständige Stellen geschrieben, ohne Ergebnis“, macht er seinem Ärger Luft. „Neben uns sind noch weitere 300 inländische Gäste betroffen, die in St. Anton gestrandet sind.“

Die ausländischen Gäste seien nach etlichen Pannen schon längst abgereist, „die Mitarbeiter im Tourismus haben in der Regel eine feste Unterkunft“. Die „Krone“ konfrontierte am Freitag das Büro von Landeshauptmann Günther Platter mit den Vorwürfen, bis zum Abend zeichnete sich aber keine Lösung ab.

„Wir sitzen fest im Gefängnis Paznaun“
Csaszar ist kein Einzelfall, wie ein weiterer Hilfeschrei am Freitag an die Redaktion von krone.at beweist: „Alle Urlauber (Ausländer) wurden am 13. März nach Hause geschickt, die Österreicher mussten aber zurück in die Hotels, werden dort gegen deren Willen festgehalten“, schreibt Gertrude P. empört, „wo bleibt hier die Gleichberechtigung? Wir sind nicht krank, werden nicht getestet, viele verlieren in der Zwischenzeit ihre Jobs. Hauptsache, das Tal hat die Seuche verpfuscht und die Urlauber, die jetzt dort festgehalten werden, werden ihrer Freiheit beraubt. Eine super Regierung in Tirol, ein Land, das für die nächsten Urlaube gemieden werden sollte.“

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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