28.07.2010 10:11 |

Auf Bärenjagd

Vom Flugzeug aus suchten Experten nach "Winnie Puuh"

Nach 27 toten Schafen und geplünderten Bienenstöcken reicht es nicht nur den betroffenen Gailtaler Bauern. Mit einer "Cessna Skylane" suchten Experten am Dienstag den aus Italien nach Kärnten zugewanderten Bären "M5", um ihm "bessere Manieren" beizubringen.

Dienstag, 7 Uhr früh: Am Sportflugplatz Nötsch im Gailtal lässt Pilot Gert Eder den Motor der "Cessna 182 Skylane" warmlaufen. Bärenanwalt Bernhard Gutleb installiert unterdessen die Antenne des Radiotelemetrie-Empfängers und gibt die Frequenz ein. "Der Bär hat zusätzlich zum Sender für die Positionsbestimmung - bei dem leider die Batterie leer geworden ist, als er nach Kärnten kam - auch einen am Ohr angebrachten Funksender", verrät Gutleb.

Kein Piep von "M5"
Der Flieger hebt ab. Mit an Bord Naturschutzreferent Uwe Scheuch und die "Krone". Mit 110 Knoten und 500 Fuß Steiggeschwindigkeit pro Minute geht's Richtung Karawanken. Am Empfänger ist nur Rauschen zu hören. Gutleb: "Die Reichweite beträgt zwei bis drei Kilometer." Vorbei am Mittagskogel geht's über das Bärental Richtung Petzen. Nichts. Kein Piep von Bär "M5", der von Gutleb "Winnie Puuh" genannt wird.

Zurück geht's Richtung Karnische Alpen und Kirchbacher Wipflalm, wo "Winnie" 27 Schafe gerissen hat. Gutleb: "Das ist für Bären untypisch, weil er die Schafe nicht frisst, sondern nur mit einem Prankenhieb tötet." Jedoch typisch für "M5", der im italienischen Trentino freigelassen worden war.

Bär dürfte weitergezogen sein
Wir empfangen kein Signal! "Das passt, denn seit sechs Tagen gibt's auch keine Risse mehr. Der Bär dürfte weitergezogen sein", so Scheuch, den die Gailtaler mit ihren Bärensorgen konfrontiert hatten: "Sollte der Bär wiederkommen, dann wird erstmals in Kärnten der Bären-Einsatztrupp angefordert. Das sind Spezialisten, die den Bären vergrämen sollen." Damit er sich wieder trollt...

von Hannes Wallner, "Kärntner Krone"

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