20.03.2020 10:00 |

Spitäler rüsten auf

Heute Baustelle, bald vielleicht Corona-Station

Wie gut sind Tirols Spitäler auf Coronafälle vorbereitet? Wie werden andere Patienten und Mitarbeiter geschützt? Lokalaugenschein in Hall. Dort könnte ein noch unfertiger Neubau bald Corona-Station werden.

In Tirols Krankenhäusern ist es dieser Tage auffallend ruhig. „Hoffentlich nicht die Ruhe vor dem Sturm“, meint Primar Stephan Eschertzhuber, Leiter der Abteilung für Intensivmedizin in Hall. Unzählige Operationen wurden verschoben, nicht dringende Fälle werden nicht mehr aufgenommen oder wurden nach Hause geschickt. „Die Zahl der stationären Patienten hat sich bei uns halbiert. In den Ambulanzen sind es um 90 Prozent weniger“, beschreibt Primar Ivo Graziadei von der Inneren Medizin, was in Bewegung geraten ist, seit das Land auf Notbetrieb umgestellt hat.

Container als Sicherheitsschleuse
Vor dem Spital stehen zwei Container, durch die Mitarbeiter, Patienten, Besucher geschleust werden. „Dort können wir Verdachtsfälle rasch aufspüren“, spricht Eschertzhuber von einem wirksamen System, um ein unkontrolliertes Einschleppen des Virus ins Krankenhaus zu verhindern. Auch die anderen Tiroler Spitäler haben ähnliche Vorkehrungen in Form von Triage-Zelten vor Haupteingängen oder Notaufnahmen getroffen. Alle anderen Zugänge wurden versperrt.

Neubau mit 150 Betten als wichtige Reserve
In Italien ist die Zahl der schweren Krankheitsfälle extrem gestiegen. Dort gibt es in Spitälern bereits große Engpässe. Dass es auch in Tirol so schlimm kommt, damit rechnen die Ärzte derzeit nicht. Aber eine Prognose sei schwierig. In Hall will man vorbereitet sein. Dort wird gerade ein neues Hauptgebäude errichtet. Noch ist es nicht fertig. „Dort ist Platz für rund 150 Betten. Wenn es notwendig wird, können wir auch dort eine Station einrichten. Deshalb wird auf der Baustelle auch weiter gearbeitet“, berichtet der kaufmännische Direktor Wolfgang Markl.

Stationen abgeriegelt, eigene Mitarbeiterteams
Für Corona-Patienten sind eigene Stationen reserviert. Eschertzhuber: „So können wir den Kontakt zu anderen Patienten ausschließen. Auch auf den Gängen gibt es keine Berührungspunkte. Im Krankenhaus ist man sicherer vor dem Virus als im Supermarkt.“

In Hall sind mittlerweile 20 Zimmer vorbereitet. Es werden aber noch mehr. An der Klinik Innsbruck stehen schon mehr als 700 Betten bereit. Die Mitarbeiter arbeiten neuerdings in fixen Teams. „Sollte jemand erkranken, gibt es zumindest nicht so viele Kontaktpersonen“, begründet der Haller Pflegedienst-Leiter Stephan Palaver die Maßnahme. Schutzkleidung sei noch für einige Wochen vorrätig. Man sei bestmöglich vorbereitet, heißt es. Alle hoffen nun, dass der Sturm nicht so heftig wütet.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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