13.03.2020 18:00 |

Ärzte-Kooperation

Schwaz Vorzeigeregion für die ärztliche Versorgung

Wie schaut die ärztliche Versorgung der Zukunft aus? Diese Frage beschäftigt Österreich seit Jahren. Schwaz zeigt, wie es gehen kann. Dort sind erstmals Hausärzte und andere Institutionen vertraglich verknüpft und stemmen eine 24-Stunden-Betreuung. „Besser als Primärversorgungszentren“, sagt der Ärztekammer-Chef.

Artur Wechselberger, Präsident der Tiroler Ärztekammer, machte nie einen Hehl daraus, dass er in den vom Bund forcierten Primärversorgungszentren kein Allheilmittel für die flächendeckende medizinische Versorgung sieht. Weil am Land immer öfter Ärzte fehlen, will man so der Bevölkerung eine 24-Stunden-Versorgung sicherstellen.

Auch Altenheime und Sozialsprengel dabei
Für Wechselberger ist das „Schwazer Modell“ das richtige Rezept. Dort rücken die Hausärzte seit 2017 enger zusammen, um Nacht- und Wochenenddienste besser koordinieren zu können. Nun geht man noch einen Schritt weiter. „Wir sind jetzt auch mit den drei Altenheimen und dem Sozialsprengel eng verknüpft, die so ebenfalls rasch auf die Expertise der niedergelassenen Allgemeinmediziner zurückgreifen können“, erklärt Medizinerin Doris Schöpf, die seit Jahrzehnten Hausärztin in Schwaz ist. 13 Ärzte in Schwaz, Stans und Vomp sind mittlerweile eingebunden.

Das Besondere: Die Kooperation aller Partner läuft auf vertraglicher Ebene. Das gibt es in diesem Umfang noch nirgends in Tirol. Wechselberger: „Auch im Stubaital und im Unterinntal rund um Kramsach und Alpbachtal bauen wir so ein System auf. Dort sind wir aber noch nicht so weit.“ In der Folge sollen auch Fachärzte und das Krankenhaus in das Netzwerk eingebunden werden. Damit würden letztlich auch die Ambulanzen entlastet, betont der Ärztekammen-Chef. Vorerst ist Schwaz laut Wechselberger die einzige Region in Tirol, in der das Netzwerk aus niedergelassenen Hausärzten, Sozialsprengel und Pflegeheimen so umfassend funktioniert.

Bürgermeister Hans Lintner ist auf jeden Fall begeistert: „Der Bevölkerung gibt diese enge Kooperation das sichere Gefühl, im Fall des Falles jederzeit versorgt zu sein.“ Nicht nur in Zeiten des Coronavirus eine gute Botschaft.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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