06.03.2020 10:00 |

Studi-Zahl geht zurück

Salzburg droht massiver Lehrermangel

Es steht nicht gut um die Lehrer in Salzburg: Hunderte gehen in den kommenden Jahren in Pension. Auch die Zahl der Lehramt-Studenten ist in den vergangenen Jahren massiv gesunken. Mit einer Imagekampagne will die Universität dagegen ankämpfen. Die ÖH sieht neben den Pannen der Vergangenheit auch Organisationsprobleme als Ursache.

Salzburg steht vor einem Lehrermangel, der sich in den nächsten Jahren massiv verstärken wird. Bis 2025 wird es rund 1000 offene Stellen zu besetzen geben. „Grund dafür ist zum einen die Pensionierungswelle, zum anderen die geburtenschwachen Jahrgänge, die jetzt nachrücken“, meint PHS-Rektorin Elfriede Windischbauer. Aber nicht nur das: Immer weniger entscheiden sich für den Beruf als Lehrer. Sowohl beim Lehramt Primarstufe wie auch beim neuen Cluster Mitte – dem Zusammenschluss der Bildungsinstitutionen für die Sekundarstufe – sind die Zahlen rückläufig. Entschieden sich 2018 noch 130 Studenten für den Beruf Volksschullehrer, waren es 2019 nur mehr 108. „Beim Cluster Mitte gibt es keine konkreten Vergleichszahlen zu den Vorjahren“, so Windischbauer. Der Grund: Es sei schwierig, die Zahl der gesamten Lehramtstudenten – inklusive Wechsler und Mehrfachinskribierter – zu erheben.

Für Bildungsdirektor Rudolf Mair ist auch die Dauer des Studiums problematisch: „Wer in der Vergangenheit Volksschullehrer werden wollte, brauchte dafür drei Jahre. Heute sind es fünf, das ist einfach zu lang.“

Die ÖH sieht die sinkenden Studi-Zahlen als Resultat vergangener Fehlentscheidungen. „Durch die Umstellung auf den neuen Studienplan 2019 hat es massive Probleme gegeben. Die Anrechnung der Prüfungen war chaotisch, auch das Anmelde-Chaos zu Beginn des Semester hat viele Studenten verunsichert“, so Juliana Naglmayr von der ÖH-Vertretung.

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Vor Beginn des Semesters herrschte einfach nur Chaos. Die Lehramt-Studenten wurden über nichts informiert und reagierten verunsichert.

Juliana Naglmayr, ÖH-Vertretung

Es fehle auch an anderen Stellen : „In Salzburg gibt es keine berufsbegleitenden Studien und zu viel Anwesenheitspflicht. Da braucht es mehr flexible Angebote“, sagt Maximilian Wagner von der ÖH. Im Februar hat die Universität deshalb eine PR-Kampagne gestartet, um für den Beruf Lehrer zu werben.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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