12.08.2005 14:19 |

Himmelsspektakel

Sternschnuppen-Regen über Österreich

Im Volksmund heißen sie auch Laurentius-Tränden. Zurzeit sind die Nächte in Österreich und dem Rest Europas besonders romantisch: Bei klarer Nacht huschen hunderte Sternschnuppen übers Firmament. Sie stammen aus dem Meteorstrom der Perseiden, der vor allem von 10. bis 14. August aktiv ist.

"Am Freitagabend von 22.00 Uhr bis 04.00 Uhr früh lassen sich die Sternschnuppen am besten beobachten", so Astronom Dieter Herrmann, langjähriger früherer Direktor der Archenhold Sternwarte. Herrmann rechnet mit rund hundert Sternschnuppen pro Stunde, die bei klarer Sicht von der gesamten Nordhalbkugel der Erde aus zu sehen sein werden.

Sternschnuppen lassen sich einfach fotografieren
Sternschnuppen wie der Perseiden-Strom in den kommenden Tagen lassen sich am besten mit einem Weitwinkel-Objektiv fotografieren. Das sagt Markus Mugrauer vom Astronomischen Institut an der Universität Jena. Bei einer möglichst langen Belichtungszeit von mindestens einer Stunde habe man sehr wahrscheinlich einige Sternschnuppen auf dem Film.

Winzige verglühende Teilchen
Die Perseiden gehören zu den ältesten Meteorströmen, die von Menschen voller Faszination beobachtet werden. Bereits die Babylonier haben die Himmelserscheinung im ersten Jahrtausend vor Christus registriert. "Der Strom selbst ist sicher einige Zehntausend Jahre alt", erläuterte Herrmann. Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Teilchen aus dem Weltall in rund 100 Kilometern Höhe durch Reibung in der Erdatmosphäre verglühen. "Im Grunde sind es Leuchterscheinungen am Himmel. Ein Teilchen ist dabei nicht größer als ein bis zehn Millimeter." Sternschnuppen lassen sich das ganze Jahr über beobachten. So gehäuft wie die Perseiden kommen sie selten vor. Ein weiteres Beispiel seien die Leoniden im November, ergänzt Herrmann.

Erbe des Swift-Tuttle
Der Teilchen-Strom der Perseiden ist eine Hinterlassenschaft des Kometen "Swift-Tuttle", der rund alle 130 Jahre in die Nähe der Erde kommt. Nähert sich der Komet der Sonne, verliert er durch die Hitze kleine Partikel. "Sie verteilen sich dann über ein schlauchförmiges Gebiet längs seiner Bahn rund um die Sonne", berichtete der Astronom. Einmal ihm Jahr - immer im August - durchfliegt die Erde den Perseidenstrom und unzählige Teilchen verglühen.

Der Komet "Swift Tuttle" wurde im Jahr 1862 erstmals beobachtet und nach seinen beiden amerikanischen Entdeckern benannt. Das nächste Mal werde sich der Schweifstern im Jahr 2126 besonders stark der Erde nähern, ergänzte Hermann.

 

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