10.02.2020 09:07 |

Diskussion in Hallein

Chalet-Nein hält die Tourengeher am Zinken auf

Die Chalet-Debatte tobt nun auch in Hallein: Die Stadt-SP hat ein Feriendorf-Projekt am Dürrnberg abgelehnt – und damit versenkt! Grundeigentümer und VP-Stadtrat Gottfried Aschauer hat daraufhin die Verträge für die Tourenski-Wege mit den Zinkenliften gekündigt: „Das hat nichts mit dem Projekt zu tun.“

Zehn Ferienhäuschen mit Platz für bis zu acht Personen: Das war der Plan, den ausgerechnet der Halleiner Stadtrat für Bau- und Raumplanung für sein 5500 Quadratmeter großes Grundstück am Dürrnberg verfolgte. Bei den Plänen wird es bleiben: Die SPÖ versenkte im Jänner Aschauers „Antrag auf touristische Nutzung im neuen Räumlichen Entwicklungskonzept.“ Zum Erstaunen von VP-Stadtvize Florian Scheicher: „Der Antrag war eine reine Möglichkeitsform für die Fläche. Das hat mit einem Widmungsverfahren nichts zu tun.“

Dennoch: ÖVP und Grüne enthielten sich der Abstimmung, die Liste BASIS stimmte dafür.

SP-Bürgermeister Alexander Stangassinger verteidigt die Ablehnung seiner Fraktion: „Wir haben bereits mehrere Touristikbetriebe am Dürrnberg, wir müssen schauen, dass wir für die Einheimischen Bauland und Grundstücke schaffen.“ Die touristische Entwicklung hänge nicht am Dürrnberg, zudem haben sich für den Bockwirt neue Betreiber gefunden – durch die Revitalisierung entstünden rund 100 Betten.

Aschauer selbst sieht das ganz anders: Er habe keine „kalten Betten“ in der Zweitwohnsitz-Beschränkungsgemeinde geplant: „Wir hätten ganzjährig vermietet, das wäre kein Chalet-Dorf geworden. Der Zug ist nun für die nächsten 25 Jahre abgefahren.“

Nach Chalet-Nein folgte Sperre der Tourenroute
Das Nein zum Feriendorf dürfte bei ihm dennoch Spuren hinterlassen haben. Dass Aschauer nur wenige Tage nach der Absage den Zinkenliften per Mail mitteilte, ab kommender Saison sein Grundstück nicht mehr für die beliebte Skitourenroute auf den Zinken zur Verfügung zu stellen, „hat aber nichts mit dem Projekt zu tun. Seit zwei Jahren will ich mit den Liften eine schriftliche Vereinbarung über die Nutzung und die strittigen Liftfreikarten für die Familie abschließen – ich will nur Klarheit.“ Und er kündigt Maßnahmen an: „Ich forste auf und lasse einen zehn Meter breiten Streifen frei.“ Stadt-Chef Stangassinger kommt Aschauer entgegen: Zinkenlift-Chef Andreas Klimitsch soll nun neu verhandeln.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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