18.01.2020 06:03 |

Feinstaub-Alarm

Südliche Steiermark: Viel zu trocken und warm

Die Böden sind trocken, die Feinstaubwerte explodieren – und eine markante Witterungsänderung ist weit und breit nicht in Sicht! Nach einem kurzen Ausreißer am Wochenende, das im Süden zumindest ein paar Regentropfen bringen könnte, steht den Steirern wieder ein sehr stabiles Hochdruckwetter ins Haus.

Als Grazer kennt man eigentlich keinen Winter mehr. Statt an Schneemännern kann man sich auch heuer wieder bereits zu Jahresbeginn an den ersten Frühjahrsblühern im heimatlichen Garten erfreuen, die besonders warme Garderobe samt gefütterter Stiefel schafft es vom Keller kaum mehr noch ins Freie.

Nur eine subjektive Empfindung? „Keinesfalls“, sagt Christian Pehsl von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in der steirischen Landeshauptstadt. „Der heurige Winter lässt zumindest in den südlichen Regionen bislang komplett aus. Im Dezember wurden in Graz nur 40 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge verzeichnet, im Jänner gab es bislang noch gar nichts – dies ist schon sehr ungewöhnlich“, berichtet der Experte.

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In Graz fehlten im Dezember 40 Prozent des üblichen Niederschlags. Vor allem in der Höhe, wie etwa auf dem Schöckl, ist es derzeit um 4° zu warm.

Christian Pehsl von der Zentralanstalt für Meteorologie in Graz

Dass der heurige Winter vielerorts nicht nur zu trocken, sondern auch zu warm ausfällt, betont Pehsl: „Im Süden wurden kurz vor Weihnachten Temperaturen um die 16, 17 Grad gemessen. Jetzt, im Jänner, sind die Nächte zwar kälter und klar, aber dennoch ist es auch aktuell um einen Grad zu mild im Vergleich zum 30-jährigen Mittel.“

Waldpflege wird jetzt groß geschrieben
Das Ökosystem Wald reagiert auf die Klimaveränderungen mit geringeren Zuwächsen, sinkender Vitalität, reduzierter Abwehrfähigkeit der Bäume und einer Massenvermehrung von Borkenkäfern. Den derzeitigen Verhältnissen versucht man dennoch Gutes abzugewinnen: „Die trockenen Bedingungen nutzen jetzt viele Forstwirte, um ihren Wald zu pflegen“, sagt Stefan Zwettler von der Landwirtschaftskammer Steiermark.

Hochdruckwetter ist neuerlich im Anmarsch
Die Kaltfront, die heute in die Steiermark hereinzieht, bringt nur ein kurze Trendwende – wenn überhaupt: „Der Norden ist wieder einmal begünstigt, hier dürften je nach Höhenlage zwischen fünf und 15 Zentimeter Schnee fallen. Im Süden dürften es maximal ein bis zwei Liter Regen pro Quadratmeter werden; es kann aber auch sein, dass es gar keinen Niederschlag gibt“, meint Christian Pehsl.

Seine Prognose für die weiteren Tage lässt Winterliebhabern kaum Hoffnung: „Nach dem Wochenende steht uns wieder ein stabiler Hochdruckeinfluss ins Haus, das heißt, das Wetter bleibt wie gehabt“, sagt der Meteorologe. Und er erinnert: „Wenn man bedenkt, dass auch der vorige Winter im Süden bereits extrem trocken ausgefallen ist, ist die Entwicklung schon sehr ungewöhnlich.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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