16.01.2020 21:00 |

Junge steirische Bands

Neue Musik: Tanzende Philosophen und Melancholiker

Neues Jahr, neues Glück, neue Musik. Zahlreiche Musiker und Bands aus der Steiermark haben dieser Tage ein neues Album vorgelegt. So etwa die junge Grazer Band Some Species of Fish, die auf „Superman Ecstasy“ tanzbare Gedanken zur Gegenwart serviert. Und auch das Label Pumpkin Records im südoststeirischen Wies hat mit John Klirr und Feel aktuell zwei neue Alben im Angebot.

Es ist eine komplexe Welt, mit der sich Armin Sauseng, Kajetan Enge und Johannes Brantner von Some Species of Fish konfrontiert sehen. Zwischen alternativen Fakten, Turbokapitalismus und Selbstoptimierung versuchen sie ihren Weg zu finden und dabei dennoch Spaß zu haben.

Kein Wunder, dass die Band aus Graz, die stilistisch Anleihen im Funk und Synthiepop nimmt, sich auf „Superman Ecstasy“ (Nasao Music) anhört, als hätte sie mitten in einer Partynacht die Notizen zu einem philosophischen Proseminar vertont. Will heißen: Das Ganze klingt ein bisschen bemüht, gleichzeitig kann man sich dem Charme von Songs wie „Love is a Mental Disease“ oder „Complicated“ aber nur schwer entziehen.

Düsterer Blues-Rock
Eine gute Spur düsterer ist der bluesig-rockige Charme, den John Klirr (Dominik Neudorfer) auf seinem zweiten Album bei Pumpkin versprüht: Schon der Opener „Cut the Dust“ macht klar, dass man hier in eine Welt abtaucht, in der Arme nicht nur mit hübschen Kettchen geschmückt, sondern auch Genicke mit Gewalt gebrochen werden können - daher der Albumtitel „Neckbreak and Bracelets“. Mit seiner markant-hauchigen Stimme erzählt er darauf von Liebe und Verlust und lässt dazwischen die E-Gitarre - mal in Freude, mal in Verzweiflung - aufjaulen und die Drums prustend voranschreiten.

Ist das genug?
Eher elegisch geht es das Trio Feel um den Grazer Singer-Songwriter Daniel Berger auf seinem ersten gemeinsamen Album „Not Enough“ an: Das Gefühl „nicht genug“ zu sein (für die Liebe, für diese Welt) ist ein zentrales Motiv der Songs, die gleichzeitig aber auch von der Hoffnung getragen sind, auf einer „anderen Seite“ anzukommen. Neben Gitarre, Drums und Gesang, bringen Geige und Mundharmonika melancholische Noten in diesen musikalischen Mix ein, der in den besten Momenten ans „Unplugged“-Album von Nirvana erinnert. Offiziell präsentiert wird die Platte am 31. 1. in der Scherbe in Graz.

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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