30.12.2019 22:56 |

Wien-Flüge betroffen

Streik der Germanwings-Flugbegleiter dauert an

Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings streiken seit Mitternacht die Flugbegleiter. Der Ausstand, zu dem die Gewerkschaft UFO aufgerufen hat, soll bis zum Neujahrstag um 24 Uhr dauern. Die größere Konzernschwester Eurowings, in deren Auftrag Germanwings fliegt, hat einen Sonderflugplan angekündigt. Auch Flüge nach Wien mussten abgesagt werden.

Am ersten Tag waren es etwa 60 Verbindungen, insgesamt fallen an den drei Streiktagen voraussichtlich 180 Flüge aus. Abgesagt wurden am Montag vor allem innerdeutsche Flüge, aber auch einige nach Wien und Zürich und zurück. Stornierungen gab es zudem in Berlin (Tegel), Düsseldorf, München und weiteren Städten. Viele Passagiere wurden auf andere Verbindungen umgebucht. Auch die Lufthansa-Tochter AUA half aus.

15 Prozent der Flüge bei Eurowings seien laut einer Lufthansa-Sprecherin vom Streik betroffen. Von 1200 Flügen der Konzern-Tochter fänden mehr als 1000 statt. UFO-Sprecher Nicoley Baublies sagte Reuters-TV am Flughafen Köln-Bonn, die Auswirkungen des Streiks seien „nicht so groß“. Allerdings hat UFO bereits angekündigt, den Streik am Jahresende auf andere deutsche Lufthansa-Töchter auszuweiten, sollte sich der Konzern nicht bewegen.

Viele Urlauber betroffen
Baublies unterstrich zugleich, die Belegschaft sei „sehr geschlossen“. Von dem Ausstand zwischen den Feiertagen seien weniger Geschäftsleute, dafür aber Urlauber betroffen. Deshalb habe es auch eine so lange Ankündigungszeit gegeben, damit die Passagiere auf die Bahn oder andere Eurowings-Flüge ausweichen könnten.

„Konflikt auf dem Rücken der Kunden ausgetragen“
„Jeder Streik und jede Verspätung ist eine zu viel, und insofern bedauern wir es, dass es dazu kommen muss“, sagte Eurowings-Sprecher Matthias Eberle. Zwischen den Jahren sei das „emotional noch etwas anderes“. Ein Streik rund um die Feiertage sei den Kunden extrem schwer zu vermitteln. Eberle zeigte sich enttäuscht, dass „auf dem Rücken der Kunden und unserer Mitarbeiter ein Tarifkonflikt ausgetragen wird, den man am Tariftisch lösen muss und nicht draußen über Arbeitskämpfe“.

In dem festgefahrenen Tarifstreit für die 22.000 Kabinenmitarbeiter geht es unter anderem um Zulagen und Arbeitsbedingungen. UFO und Lufthansa haben sich aber auch einen heftigen Streit über die Tariffähigkeit der Gewerkschaft geliefert. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte sich letztlich zu einer Schlichtung bereit. Für die Gewerkschaft ist der frühere SPD-Chef und ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck, Schlichter. Für Lufthansa hat die Rolle Frank-Jürgen Weise übernommen, der frühere Chef der Bundesagentur für Arbeit.

Bei früheren UFO-Streiks fielen mehr als tausend Flüge aus, etwa 200.000 Passagiere waren betroffen. UFO hat bereits angekündigt, den Streik am Jahresende auf andere deutsche Lufthansa-Töchter auszuweiten, sollte sich der Konzern nicht bewegen. Die Schlichter hatten nach UFO-Angaben bis zuletzt nach einer Lösung in dem Tarifstreit gesucht, allerdings ohne Ergebnis.

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