Frust in Andritz

Hochwasserschutz hat weiter “große Schwachstellen”

Steiermark
17.06.2010 11:45
Als der Himmel am Mittwoch in den frühen Morgenstunden seine Schleusen über der Murstadt öffnete, haben die Bewohner von Graz-Andritz schon das Schlimmste befürchtet - und sind zum Glück noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Dennoch drängt man weiterhin auf eine Verbesserung des Hochwasserschutzes.

Am Mittwoch fielen in Graz binnen zwei Stunden 45 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Konsequenz: Bäche traten über ihre Ufer (Bild), Keller wurden überflutet - das alte Leid. "Dank der umfangreichen Vorbereitungsmaßnahmen kam es zu keinen gravierenden Auswirkungen", zog die Grazer Berufsfeuerwehr Bilanz. Von einem "Aufatmen" kann in Andritz allerdings nicht die Rede sein...

Mitnichten! "Der Hochwasserschutz der Stadt Graz weist nach wie vor große Schwachstellen auf", sagt Josef Korber. Der Mann ist vom Fach, war ein halbes Berufsleben lang als Planungsreferent in der Abteilung für Wasserwirtschaft tätig.

Die Brücke bei der Maut Andritz sei "ein hydraulisches Nadelöhr, das es zu beseitigen gilt". Die Bäche seien nicht, "wie sonst in jedem Kuhdorf üblich", auf den Pegelwert HQ100, sondern nur auf HQ50 reguliert worden, schüttelt Korber den Kopf. Die Schwelle zwischen Peneff-Siedlung und Schöcklbach gehöre dichtgemacht. "Andernfalls besteht die Gefahr, dass beim nächsten größeren Hochwasser wieder ganz Andritz überflutet wird..."

Kober abschließend: "Beim Hochwasserschutz wurde viel versprochen und wenig gehalten. Die Menschen wollen Taten sehen!"

von Ernst Grabenwarter ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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