14.06.2010 14:50 |

Nova Rock 2010

Prodigy, Beatsteaks und Alkbottle heizten Fans ein

Das Nova Rock 2010 ist in der Nacht auf Montag zu Ende gegangen – die Abreise für diejenigen, die bis dahin durchgehalten hatten, verlief "ohne größere Probleme", so Birgit Lentsch von der Bezirkshauptmannschaft Neusiedl/See. Mit Breakbeats von The Prodigy und Punk von den Beatsteaks kamen die Fans am dritten Tag des Festivals noch ordentlich auf ihre Kosten. Auf der zweiten Bühne unterhielten Bullet For My Valentine mit einem Mix aus alten und neuen Songs die Metalfraktion.

"Viele Fans sind schon tagsüber und am späten Nachmittag abgereist, deshalb ist es jetzt nicht so extrem", freute sich die Referatsleiterin für Verkehr darüber, dass die Heimreise vom Festival "super" verlaufen sei. Kurz nachdem die letzten Töne verstummt waren, setzte in Nickelsdorf Regen ein. In den umliegenden Gemeinden blitzte es bereits während der Auftritte, später setzte ein kurzer Hagelschauer im Raum Neusiedl am See ein. Auf den Pannonia Fields war davon nichts zu spüren.

Große Menschenmenge bei Alkbottle
Am Sonntagnachmittag sorgten Alice In Chains, Bela B und Alkbottle beim ausklingenden Nova Rock noch einmal für super Stimmung. Viele Camper bereiteten die Abreise vor, und doch gelang es Alkbottle, eine für die Nachmittagsstunden rekordverdächtige Menschenmenge vor die "Blue Stage" zu locken. Sänger Roman Gregory und seine Kollegen rockten sich durch ihr Repertoire - bis zum obligatorischen "No Sleep Till Meidling". Davon war selbst Bela B, der anschließend auch viel Zuspruch für einen stilistisch bunten Querschnitt aus seinem Solo-Schaffen erntete, begeistert: "Kompliment an Alkbottle. Ich habe sie zum ersten Mal gesehen und es hat mir sehr gut gefallen", sagte der hauptberufliche Drummer der Ärzte von der Bühne herab.

Schwere Riffs, dröhnender Bass bei Alice In Chains
Alice In Chains konnten mit einer superben Darbietung an die gelungene Comeback-Platte "Black Gives Way To Blue" (2009), die erste LP nach 14 Jahren Studiopause, anschließen. Schwere Riffs, dröhnender Bass - fast wie es Black Sabbath können - und ein wuchtiger Drumsound waren ein starker Kontrast zum strahlend blauen Himmel. Für Sänger William DuVall mag es keine leichte Aufgabe gewesen sein, den legendären Ur-Frontman, den 2002 verstorbenen Layne Staley, zu ersetzen, aber so selbstsicher er neue Songs (fantastisch: das psychedelische "Check My Brain") und Klassiker ("Again") zum Besten gab, so souverän agierte die gesamte Band.

Countrymusik trifft Pop bei The Boss Hoss
Einziger stilistischer Unfall zum Abschluss: The Boss Hoss mit ihrer plumpen "Countryfizierung" von Popsongs. Aber selbst dazu wurde fröhlich gehüpft. Zum Dank gab es englische Ansagen von der deutschen Band. Deplatziert fühlten sich die Berliner allerdings nicht: "Wir machen Rock 'n' Roll mit Hut", erklärte Gitarrist Russ T. Rocket. Genau deshalb passe man auch ohne Weiteres in ein derart hartes Line-up. Angst, dass ihnen die Besucher wegen des zur gleichen Zeit stattfindenden WM-Spieles Deutschland-Australien mitten im Konzert davonlaufen, hatten die Berliner Musiker nicht: "Das Spiel ist keine Konkurrenz. In der zweiten Halbzeit sind wir fertig. Außerdem sind die Leute ja wegen der Musik und nicht wegen dem Fußball hier", sagte Bassist Guss Brooks vor dem Konzert. "Vielleicht spielen wir ja besser als die deutsche Mannschaft. Also mal sehen wer den besseren Kick hat", scherzte Russ.

Bullet For My Valentine lieferten Altes und Neues
Mit Breakbeats von The Prodigy und Punk von den Beatsteaks endete schließlich auf der "Blue Stage" das Nova Rock. Auf der zweiten Hauptbühne unterhielten Bullet For My Valentine mit einem 50:50-Mix aus alten und neuen Songs die Metalfraktion. Für The Prodigy war es beinahe ein Heimspiel – die britische Formation hat seit Februar 2009 zum bereits vierten Mal in Österreich Station gemacht – und noch immer langweilte ihr (umgestellter) Set keine Sekunde. Erstaunlich, dass sich nach drei Hitzetagen noch einmal das Areal vor der Bühne füllte. Und, dass neue Tracks wie "The Omen" und "Run With The Wolves" mindestens so gefeiert wurden wie die unverwüstlichen Klassiker "Firestarter" und "Smack My Bitch Up". Tanzbar, subversiv, durchgeknallt: The Prodigy verwandelten die Pannonia Fields zum riesigen Dancefloor.

Beatsteaks sehr ambitioniert – trotz Aufbruchsstimmung
Die undankbare Aufgabe des Rausschmeißers mussten die Beatsteaks auf der "Blue Stage" übernehmen. Aber auch wenn Scharen abzogen, verwöhnten die deutschen Punkrocker die doch vielen verbliebenen Fans mit einem ambitionierten, kraftvollen Konzert – ein würdiger Co-Headliner an einem musikalisch stärkeren Finaltag.

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