Viele Tränen vergossen

Hoeneß zelebriert Bayern-Abschied: „Habe fertig!“

Uli Hoeneß hat bei seiner großen Abschiedsshow immer wieder mit den Tränen gekämpft. „Es war eine wunderschöne Zeit. Das war‘s! Ich habe fertig! Danke!“, rief der 67-Jährige nach einem halben Jahrhundert beim FC Bayern München vom Podium herab. Auch der künftige Chef Oliver Kahn, Coach Hansi Flick sowie Franck Ribery und Arjen Robben, Ex-Stars des deutschen Fußball-Rekordmeisters, wurden bejubelt.

„Sie haben mich 50 Jahre und mehr begleitet. Sie haben mir das Leben schöner gemacht“, sagte Hoeneß, der in der Olympiahalle mehrfach um Fassung bemüht war. Ohne die Mitglieder und deren überwältigende Unterstützung, das betonte er gleich zu Beginn des Abends, wäre er nach seiner Zeit im Gefängnis nicht mehr an die Vereinsspitze zurückgekehrt. „Sie haben mir wunderbare Jahre geschenkt.“ Seine Ehefrau Susanne küsste er auf der Bühne. Sein zum Nachfolger erkorener Freund Herbert Hainer konnte spätestens an diesem Abend intensiv fühlen, welchen „riesigen Fußspuren“ er folgt.

„Uli Hoeneß, du bist der beste Mann“, schallte es immer wieder durch die Halle. Bei pompösen Klängen trugen die nicht mehr für den FC Bayern aktiven Topspieler Ribery (AC Fiorentina) und Robben (Karriereende) Meisterschale und DFB-Pokal auf die Bühne. Basketball-Geschäftsführer Marko Pesic brachte die Meistertrophäe der erfolgreichen Korbjäger mit. Es folgten herzliche Umarmungen mit Hoeneß. In seiner 18 Minuten dauernden Rede blickte Hoeneß auf seine Spielerkarriere und die Anfänge als Manager zurück - und auf den FC Bayern der Zukunft.

„Wenn ich vom FC Bayern träume, dann denke ich, da ist ein Tanker, der auf dem Weltmeer entlanggleitet“, umschrieb es Hoeneß. „Der Tanker muss geradeaus fahren und nicht nach links schauen - und schon gar nicht nach rechts“, appellierte er. Lautstark fiel die Zustimmung der 6.091 Mitglieder aus. Frenetisch gefeiert wurde auch Oliver Kahn, der an der Seite von Sportdirektor Hasan Salihamidzic applaudierte. Der frühere Kapitän und Torhüter wird im kommenden Jahr Vorstandsmitglied und soll dann zum Nachfolger von Rummenigge (64) aufgebaut werden. Kahn genoss den Jubel. „Da hast du viel Arbeit, um diesen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden“, erklärte Hoeneß.

Den „Bis-auf-Weiteres“-Coach Hansi Flick begrüßte Hoeneß als „Cheftrainer“. In drei verschiedenen Positionen prägte Hoeneß den deutschen Fußball-Rekordmeister ein halbes Jahrhundert lang: erst als erfolgreicher Stürmer und Weltmeister von 1974, dann 30 Jahre als Manager und in den letzten zehn Jahren mit einer Unterbrechung wegen einer Haftstrafe als Präsident und Aufsichtsratschef. Sein Mandat im Aufsichtsrat will er bis ins Jahr 2023 weiter ausüben. Nach einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe war Hoeneß 2014 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Wegen guter Führung wurde er 2016 vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen.

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