US-Sanktionen bremsen

Irans verbotene Reize plagen unsere Exporteure

Salzburg
14.11.2019 11:00
Porträt von Verena Seebacher
Porträt von Christoph Laible
Von Verena Seebacher und Christoph Laible
Es ist eine enttäuschte Liebe, die Salzburger Unternehmer zu Iran hegen. Vier Jahre investierten sie in die Wirtschaftsbeziehungen zum reformfreudigen Land. Jetzt heißt es fast überall Handelsstopp! Zu groß ist die Angst, gegen US-Sanktionen zu verstoßen. Die Hoffnung auf ein Aufflammen der alten Liebe aber bleibt.

Alle wollen, keiner kann. „Die amerikanischen Sanktionen gegen Iran halten die Unternehmer ab. Sie sorgen sich“, sagt Christoph Grabmayr, der Wirtschaftsdelegierte Irans. Ein Jahr, nachdem die zweite Sanktionswelle von US-Präsident Donald Trump in Kraft getreten ist, schippern kaum noch Salzburger Waren zum persischen Golf! 2017 waren es noch Güter im Wert von acht Millionen Euro...

Die Sanktionen seien zudem unklar definiert. „Handelt einer mit Wasserflaschen, ist das in Ordnung. Will einer eine Wasserpumpe exportieren, ist es verboten“, erzählt Grabmayr.

Konrad Wutscher kennt das Problem gut. Der Manager der Salzburger SFC Umwelttechnik hat früher viele Projekte in Iran durchgeführt. Jetzt herrscht Funkstille. „Wir handeln mit Technologien rund ums Wasser. Die Frage bleibt: Bekommt man Zugang zum Markt?“ Besonders heikel sei, dass seine Firma Produkte aus den USA beziehe. Da will man es sich wohl nicht verscherzen

Trotzdem sucht er das Gespräch mit Grabmayr. „Der Markt ist dynamisch und jung. Ich hoffe, dass sich hinter den Kulissen etwas tut.“ Ähnlich sieht das der Elixhausener Speditionsexperte Michael Forster: „Iran als Markt ist immer noch hochinteressant. Wir müssen genau prüfen, machen leider erheblich weniger Fahrten dorthin.“

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