12.11.2019 11:11 |

Essens-Verschwendung

72 Millionen Euro landen jährlich in der Tonne

600.000 Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr weggeschmissen. Ein gemeinnütziger Verein eilt zur Rettung und verteilt den Überschuss.

Lebensmittel sind kostbar! Trotzdem landen jährlich in Österreich rund 600.000 Tonnen an einwandfreien Produkten und Speiseresten im Müll. Alleine in den heimischen Haushalten fallen jedes Jahr rund 157.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle an. Im Schnitt werden damit Waren im Wert von 300 Euro verschwendet. Hochgerechnet ergeben sich daraus für das gesamte Bundesland Salzburg 72 Millionen Euro an Nahrungsmitteln, die jedes Jahr weggeschmissen werden.

Einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen leistet die Non-Profit-Spedition VIEW (Verein Initiative Ethisch Wirtschaften). Der Verein versteht sich als Logistiker für Produktionsbetriebe: Fällt ein Überschuss an Lebensmitteln an, holen die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Ware ab und verteilen die großen Mengen (bis zu zehn Tonnen) an rund fünfzig gemeinnützige Einrichtungen.

Überschuss wird verteilt: alle profitieren

Die Produzenten sparen sich dabei Entsorgungs- und Transportkosten und dürfen sogar noch ein gutes Gewissen haben. Initiatorin und Vereinsobfrau Doris Kiefel: „Es geht mir bei unserer Arbeit um Verantwortung – der kann sich keiner entziehen, weil jeder von diesen Ressourcen lebt.“ Im vergangenen Jahr rettete der Verein 70.000 Kilogramm Lebensmittel. Die kommen dem SOS Kinderdorf oder der Wärmestube und anderen Einrichtungen im Bundesland Salzburg sowie in Bayern und Oberösterreich zugute. VIEW lebt von Vereinsbeiträgen und der ehrenamtlichen Arbeit von 25 Mitarbeitern.

Mit der Lebensmittelverschwendung kämpfen auch Salzburgs Großküchen. Hier setzt die Initiative „United Against Waste“ an. Gemeinsam verfolgen Unternehmen aus dem Food Service Markt sowie Bund, Länder, Wissenschaft und NGOs ein ambitioniertes Ziel: Die vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Küchenbetrieben sollen bis zum Jahr 2030 um die Hälfte reduziert werden.

Seniorenwohnhäuser der Stadt als Vorreiter

Auch die Seniorenwohnhäuser der Stadt Salzburg nehmen seit 2017 daran teil: „Durch gezieltes Monitoring konnten wir eine außergewöhnliche Menge an Lebensmittel-Abfall einsparen“, sagt Christoph Baumgärtner, Leiter der Senioreneinrichtungen der Stadt. Je nach Haus waren es bis zu 60 Prozent! 2016 fielen noch 73 Tonnen Abfälle an, im Vorjahr waren es nur noch 36 Tonnen. Der finanzielle Gewinn wird in noch mehr Bioqualität des Essens investiert. Für ihren Erfolg im Bereich der Müllreduktion sind die Seniorenwohnhäuser der Stadt Salzburg für den Viktualia Award - den Staatspreis für Nachhaltigkeit - nominiert.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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