09.11.2019 10:00 |

Fachkräftemangel

Ohnmächtige Bürgermeister in der Pflegekrise

In Salzburg fehlen die Pflegekräfte. Alleine in den nächsten fünf Jahren werden etwa 900 zusätzliche Personen in Pflegeberufen benötigt. Ein Mangel, der spät erkannt wurde und konkrete Maßnahmen dagegen lassen lange auf sich warten. Die Folgen müssen die Bürgermeister ausbaden – und kassieren Anzeigen.

Für Kopfschütteln sorgt die Situation in St. Veit: Die Gemeinde hat den Betrieb der Seniorenheime an das Hilfswerk ausgelagert. Daraufhin stellte die Seniorenheimaufsicht des fest: Es gibt dort zu wenig Fachkräfte. Nach zweimaliger Ermahnung folgte die Anzeige. Die rechtliche Verantwortung trägt allerdings nicht das Hilfswerk, sondern der Bürgermeister, Manfred Brugger. Ihm droht nun eine Geldstrafe.

„Uns ist klar, dass es einen Mangel an Pflegefachkräften gibt. Ziel des Salzburger Pflegegesetzes ist es aber, die Personen in den Pflegeeinrichtungen zu schützen“, begründet Andreas Eichhorn, Leiter der Sozialabteilung des Landes, das strenge Vorgehen. In den meisten Fällen bleibt es bei einer Verwarnung – 50 Kontrollen wurden bisher in diesem Jahr durchgeführt. Anzeigen gab es im Vorjahr und heuer insgesamt vier.

Um den Pflegekräftemangel anzugehen, präsentierte das Land am Freitag eine neue Imagekampagne. Konkrete Maßnahmen vermisst die SPÖ: „Wollen wir mehr Leute für die Pflege begeistern, müssen die Rahmenbedingungen besser werden“, argumentiert SPÖ-Abgeordneter Gerald Forcher. Mit ihrem Antrag auf Praktikumsentgelt für Pflegestudierende ist die SPÖ am Mittwoch im Landtag abgeblitzt.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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