05.11.2019 13:00 |

Thomas Cook-Pleite

Nächtigungsplus: Saures Zuckerl für die Hoteliers

Malerische Berge, saphirgrüne Seen: Diesen Sommer staunten besonders viele Gäste über die Schönheit unseres Bundeslandes. 2,8 Prozent Nächtigungsplus zwischen Mai und September! Partystimmung kommt bei den Hoteliers in Saalbach-Hinterglemm nicht auf: Sie kämpfen mit den Nachwehen der Thomas Cook-Pleite.

„Heuer ist es gut gelaufen, besser als im vorigen Sommer“, sagt Wolfgang Breitfuß. Der Chef des Tourismusverbandes Saalbach-Hinterglemm kann gute Zahlen vorweisen: Alleine zwischen Mai und September stiegen die Nächtigungen um 4,3 Prozent auf 718.007 Übernachtungen.

Aber: „Eine Million Euro ist ausständig. Rund 14.000 Nächtigungen, die über Thomas Cook gebucht wurden, sind offen. Wir müssen warten, ob beim Konkursverfahren noch was abfällt. Das kann Jahre dauern“, so Breitfuß.

Wie die „Krone“ berichtete, traf die Pleite des Reiseriesen 18 Hoteliers im Ort schwer. Über 100.000 Nächtigungen buchte die Kette in den Sommermonaten. Ein Schreiben von Breitfuß an Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) brachte keinen Erfolg.

Vom Landeshauptmann kommt keine Hilfe
Yvonne Kloimstein vom Gollinger Hof: „Haslauer hat geschrieben, dass er unsere Situation bedauert, aber nichts tun kann.“ Die Hotel-Chefin glaubt nicht daran, dass sie ihre 80.000 Euro wiedersieht. „Es ist bitter, weil der Sommer eigentlich so gut lief. Aber es gibt auch Gutes. Viele Gäste haben gelernt und buchen direkt bei uns. Ein gutes Zeichen fürs nächste Jahr!“

Die vergangenen Monate stressten Kloimstein. Wütende Cook-Gäste, Gespräche mit der Bank – die verliefen gut. Die Existenz des Betriebes ist gesichert. Jetzt will Kloimstein den Kopf frei kriegen. Die Familie fliegt für zehn Tage nach Gran Canaria. Zuerst sollte es auf die Malediven gehen. „Zum Glück haben wir das Angebot damals im September noch nicht gebucht gehabt. Das lief über Thomas Cook.“

Christoph Laible
Christoph Laible
Verena Seebacher
Verena Seebacher
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