01.11.2019 05:30 |

Liederbuch-Affäre

Eine Zäsur im steirischen Wahlkampf

Die Liederbuch-Affäre rund um den steirischen FPÖ-Abgeordneten Wolfgang Zanger bringt Dynamik in den dahinplätschernden Landtagswahlkampf. Das war auch bei Medienauftritten von Hermann Schützenhöfer und Michael Schickhofer am Donnerstag zu spüren. In den vergangenen Wochen wurde zwischen den beiden viel Porzellan zerbrochen. Doch angesichts der jüngsten Ereignissen können sie nach dem 24. November wieder aufeinander angewiesen sein.

Zäsur im weiß-grünen Wahlkampf! Wie schon in Niederösterreich wird auch die steirische Politlandschaft im Vorfeld der Landtagswahlen von einem - von der „Krone“ enthüllten - Liederbuchskandal erschüttert.

Die einstigen „Zukunftspartner“ Hermann Schützenhöfer und Michael Schickhofer wollten am Donnerstag eigentlich unabhängig voneinander den vor sich hinplätschernden Wahlkampf mit mehr oder weniger spannenden Zukunftsideen wieder in Schwung bringen. Doch stattdessen mussten sie sich vor den zahlreich erschienenen Medienvertretern zum ewig gestrigen Gedankengut, das von Teilen des politischen Mitbewerbs offensichtlich nach wie vor geteilt wird, erklären.

„Eine Koalition mit der FPÖ kommt für mich nicht in Frage“
Den Auftakt machte der stellvertretende Landeshauptmann in seinem Büro im ersten Stock der Grazer Burg. „Der wirkliche Skandal ist das, was sich in den 24 Stunden nach dem ,Krone’-Bericht abgespielt hat“, stellte Schickhofer klar. „Es gibt nach wie vor keine echte Distanzierung seitens der steirischen FPÖ. Für mich kommt daher eine Koalition mit dieser Partei nicht infrage, und ich kann nur an die ÖVP appellieren, auch klar Schiff zu machen.“

Dass damit nur die Neuauflage einer Koalition mit jener Partei möglich ist, deren Vorsitzenden er in den letzten Wochen scharf attackiert hat, weiß Schickhofer. „Aber Landesinteressen sollten da im Vordergrund stehen.“

„Kunasek muss handeln“
Einen Stock höher übte sich Schützenhöfer dann in seiner Rolle als mahnender Landesvater: „So eine Geisteshaltung darf in der Steiermark keinen Platz haben. Das ist nicht die FPÖ eines Leo Schöggl oder Michael Schmid - und auch nicht die eines Mario Kunasek. Aber er muss endlich handeln.“

Hand bleibt ausgestreckt
Ausschließen will er eine schwarz-blaue Koalition nicht. „Man sollte nicht vorschnell Dinge festlegen, die am Ende dann womöglich andere entscheiden. Meine Hand bleibt in alle Richtungen ausgestreckt. Dass derartige Vorfälle aber die Zusammenarbeit schwierig machen würden, ist klar.“

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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