29.10.2019 16:20 |

Kleine Brötchen

Schmalspurmaßnahmen für Salzburger Radverkehr

Zwei Millionen Euro im Jahr will die Stadt Salzburg für den Radverkehr ausgeben. Mit anderen Städten verglichen ist das jedoch nur ein schmales Budget. Die Grünen hoffen darum auf weitere Maßnahmen.

Die Stadt Salzburg wird beim Ausbau ihres Radwegenetzes weiterhin kleine Brötchen backen. Während in Graz - mit 100 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren - geklotzt wird, kleckert die Mozartstadt mit zwei Millionen im Jahr. Der Anteil der „Drahtesel“ am Gesamtverkehr soll dadurch von 20 auf 24 Prozent angehoben werden. Für Planungsreferentin Vbgm. Barbara Unterkofler (ÖVP) ein „Kraftakt“.

150 konkrete Maßnahmen sieht Salzburgs Radverkehrsstrategie bis 2025 vor. Dennoch wird auch bei aktuellen Großprojekten das Fahrrad nicht automatisch mitgeplant: So wurden am neuen Quartier Riedenburg - der früheren Riedenburgkaserne - zwar an drei Seiten Radwege eingeplant, just an der Neutorstraße aber nicht. Und genau diese ist eine direkte Einfallsroute ins Zentrum. Auch bei der neuen Eisenbahnbrücke Eichstraße wurden Radwege schlichtweg vergessen, ebenso beim kürzlich fertiggestellten Bauvorhaben Perron neben dem Hauptbahnhof.

Grüne hoffen auf Unterstützung
Von Fahrradstädten wie dem dänischen Kopenhagen oder dem niederländische Groningen wird Salzburg weiter weit entfernt bleiben. „Groningen hat gezeigt, dass es dazu einen Systemwechsel braucht“, schilderte am Dienstag Radwege-Koordinator Peter Weiß bei einem Mediengespräch. „Unser Rahmen sind zwei Millionen Euro im Jahr. Jeder weiß, dass wir (die Grünen, Anm.) gerne mehr wollen, aber so sind derzeit die Mehrheitsverhältnisse. Aber wir bleiben dran und hoffen auf Unterstützung“, sagte Baustadträtin Martina Berthold von der grünen Bürgerliste.

Berthold und Unterkofler stellten heute die Vorhaben für 2020 vor, darunter auch einen Radweg vor dem Perron, ein Lückenschluss im Bereich Hagenau oder mehrere Radwegverbreiterungen. Dazu hat sich die Stadtpolitik auf ein außertourliches Großprojekt in dieser Funktionsperiode (bis 2024) verständigt, und das wird aller Voraussicht nach eine Ost-West-Verbindung von Wals-Himmelreich/Flughafen ins Zentrum. Vorgesehen sind dabei vor allem getrennte Radwege statt lediglich markierte Radstreifen auf der Fahrbahn. Der von der Radlobby Salzburg geforderte Schnellradweg wird es aber nicht: Eine Fahrzeitverkürzung sei dadurch nicht zu erwarten, wurde heute eingeräumt.

Eine solche wird es aber mit einem anderen Projekt geben, das in den kommenden Jahren ebenfalls verwirklicht werden soll: die Fertigstellung des Radweges entlang der S-Bahn bis ins bayerische Freilassing. Dafür soll ein eigener Radsteg über die Saalach errichtet werden. Das bringt laut Weiß eine Verkürzung um rund 1,2 Kilometer oder etwa vier Minuten. Mit den 150 Einzelmaßnahmen sollen im städtischen Radnetz 14 Radialrouten ins Umland und drei Ringrouten realisiert werden. Neu und vereinheitlicht werden soll im kommenden Jahr auch die Beschilderung der Radverbindungen, die in der Stadt Salzburg zurzeit teils fehlt und teils ein Wildwuchs aus Sponsoren-Tafeln (XXXbräu-Radweg, etc) ist. Und innerhalb der nächsten zwei Jahre soll es in der Mozartstadt auch ein Fahrrad-Verleihsystem geben, das laut Weiß vor allem auch für die „letzte Meile“ im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden soll. So lange nämlich stehen noch Fördergelder bereit, und die wolle man sich auf jeden Fall abholen, so der Radkoordinator.

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