Messerattacke in OÖ

„Beim Anti-Gewalt-Training war Jamal kooperativ“

Weil er schon auffällig war, wurde Jamal Ali A. (33), der in Leopoldschlag einen Flüchtlingshelfer lebensgefährlich verletzte und einen Nachbarn (63) wegen dessen Auto erstach, dem Anti-Gewalt-Training zugewiesen. Peter Nollet ist beim Land OÖ auch für solche „Problemfälle“ zuständig, kennt die engen Grenzen.

„OÖKrone: Der mordverdächtige Asylwerber ist schon dem Anti-Gewalt-Training zugewiesen worden. Hat er auch mitgemacht?

Peter Nollet:Wir können derzeit niemanden zwingen, daran teilzunehmen, nur nachdrücklich einladen. Der Betroffene war ganz am Anfang, war kooperativ.

„OÖ Krone: Wie viele schriftliche Verwarnungen gibt es?

Peter Nollet: Es gehen rund zehn Briefe pro Monat raus. Aber da ist alles dabei, von kleineren Verfehlungen gegen die Hausordnung bis hin zu Gewalttätigkeiten.

„OÖKrone: Aber es gibt keine Zwangsmaßnahmen, wenn jemand in der Grundversorgung die Regeln missachten.

Peter Nollet: Die Grenzen sind sehr eng. Denn egal was ist, es ist einen menschenwürdige Versorgung zu gewährleisten. Natürlich kann man darüber nachdenken, an den finanziellen Zuwendungen zu drehen. Wer die Grundversorgung kennt, weiß, dass da nicht viel geht. Eine Möglichkeit ist, Betroffene in entlegene Quartiere zu verlegen, denn die meisten wollen in der Stadt leben.

„OÖKrone: Wurde der mordverdächtige Afghane schon strafverlegt, das inzwischen geräumte Quartier Wullowitz war so ziemlich das entlegenste.

Peter Nollet: Nein, er kam im Jahr 2015 nach Österreich und war einer der ersten, die hier einzogen. Das war keine Zwangsmaßnahme.

„OÖKrone: Oft hört man jetzt „sofort abschieben“.

Peter Nollet: Das Strafrechtsverfahren hat mit dem Asylverfahren kaum etwas zu tun. Im Asylverfahren geht es nur darum, ob dem Betroffenen in seiner Heimat Gefahr droht, nicht, was er bei uns angestellt hat.

Interview: Markus Schütz, Kronen Zeitung

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