14.10.2019 16:00 |

Eigentümerstruktur neu

Eine eigene Gesellschaft für das Grazer Kunsthaus

Weltweit macht das Kunsthaus als „Ikone der Architektur“ Furore für Graz. Nun sollen die komplexen Besitzverhältnisse der 2003 im Kulturhauptstadtjahr errichteten „Bubble“, neu geregelt werden: Als Joint Venture wollen Stadt und Land das Haus künftig betreiben. Barbara Steiner soll als Leiterin gehalten werden.

Die Geschichte des Kunsthaus Graz ist - allen einstigen Protesten und oft bis heute anhaltenden Unkenrufen zum Trotz - eine Erfolgsgeschichte: Weltweit ist das Haus als „architektonische Ikone“, wie Leiterin Barbara Steiner es nennt, bekannt und lockt unzählige Besucher nach Graz.

Komplizierte Besitzverhältnisse
Etwas komplizierter sind allerdings die Besitzverhältnisse: Finanziert wurde der Bau (40 Mio. €) nämlich mit einem Leasing-Vertrag, der unter anderem dazu führt, dass Stadt und Land noch immer nicht Eigentümer des Hauses sind. Teil dieser Finanzierungsvariante war zudem die Eingliederung des „friendly alien“ ins UMJ (Universalmuseum Joanneum), was dazu führte, dass die Stadt Graz zu einem Teilhaber des Landesmuseums wurde und somit auch bei Fragen, die etwa Schloss Stainz betreffen, Mitspracherecht hatte.

Neustrukturierung wurde eingeleitet
Doch nun hat man sich für eine Neustrukturierung entschlossen, die den „Weg in eine neue Kunsthaus-Ära ebnen soll“, so Kulturlandesrat Christopher Drexler. Das Kunsthaus soll eine eigene Gesellschaft werden, an der Stadt und Land (in Form des UMJ) mit jeweils 50 Prozent beteiligt sind. Außerdem soll der Leasing-Vertrag, der eigentlich bis 2023 gelaufen wäre, vorzeitig aufgelöst werden, was „steuerliche und finanztechnische Vorteile mit sich bringt“, wie Kultur- und Finanzstadtrat Günter Riegler erklärt. Die finanziellen Mittel, die dadurch frei werden (aktuell fließen jährlich 2,2 Millionen € ins Leasing), sollen in „Baumaßnahmen und den laufenden Kunstbetrieb“ fließen, so Riegler.

„Bekenntnis zur zeitgenössischen Kunst“
Die Neuausrichtung, die am 17. Oktober in der Landesregierung und im Grazer Stadtrat beschlossen werden soll, sieht Leiterin Barbara Steiner als ein „Bekenntnis von Stadt und Land zum Kunsthaus und zur zeitgenössischen Kunst.“ Jüngst machten ja etwa Forderungen die Runde, das Haus in ein Design-Museum zu verwandeln.

Steiner präsentierte nun auch ein neues Leitbild, das das Kunsthaus unter dem Motto „styria goes global“ noch stärker nach Innen und Außen vernetzen und die Vermittlungsarbeit weiter stärken soll. „Dafür wollen wir Frau Steiner auch längerfristig in Graz halten“, so Drexler.

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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