05.10.2019 14:18 |

Zwei Stents gesetzt

Bernie Sanders erlitt Herzinfarkt

US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat Anfang der Woche einen Herzinfarkt erlitten. Bei Sanders sei vor drei Tagen ein Herzinfarkt diagnostiziert worden, erklärten die behandelnden Ärzte am Freitag und ergänzten, Sanders habe das Krankenhaus in Las Vegas inzwischen wieder verlassen. Dem 78-Jährigen seien zwei Stents eingesetzt worden, um die verstopften Arterien offen zu halten.

Sanders hatte am Dienstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Las Vegas Beschwerden in der Brust verspürt. Die Wahlkampfauftritte des Senators waren am Mittwoch bis auf Weiteres abgesagt worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte sein Wahlkampfteam mitgeteilt, Sanders habe an einer Arterienverstopfung gelitten, weswegen ihm zwei Gefäßstützen (Stents) eingesetzt worden seien. Von einem Herzinfarkt war zu dem Zeitpunkt noch nicht die Rede.

„Ich fühle mich großartig“
Nach Angaben der Ärzte verließ Sanders das Krankenhaus mit „als gut zu erwartenden Fortschritten“. Sanders selbst erklärte, ihm gehe es nach zweieinhalb Tagen im Krankenhaus wieder „großartig“ (siehe Video unten). Nach einer „kurzen Auszeit“ freue er sich darauf, wieder zur Arbeit zurückzukehren. Der 78-Jährige plant, bereits an der nächsten Fernsehdebatte der Präsidentschaftsanwärter der oppositionellen Demokraten am 15. Oktober teilzunehmen.

Sanders hinter Warren und Biden
Sanders ist einer von rund 20 Bewerbern, die sich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten für die US-Wahl im November 2020 bewerben. Hinter dem früheren Vizepräsidenten Joe Biden und der Senatorin Elizabeth Warren ist der Senator aus dem US-Bundesstaat Vermont einer der Favoriten im Rennen. Sanders‘ zentrales Thema ist die Einführung einer Krankenversicherung für alle Amerikaner.

Sein fortgeschrittenes Alter war bisher deutlich seltener als mögliches Problem für seine Präsidentschaftsbewerbung in der US-Öffentlichkeit thematisiert worden als bei dem 76-jährigen Biden. In der bisherigen Kampagne wirkte Sanders überaus energiegeladen - wie schon in seiner früheren Präsidentschaftskampagne 2015 und 2016.

„Demokratischer Sozialist“
Sanders unterlag damals im internen Wettstreit der Partei um die Präsidentschaftskandidatur der früheren Außenministerin Hillary Clinton, die dann die Wahl gegen Trump verlor. Der Senator ist selbst parteilos, aber eng mit den Demokraten verbündet. Dies ermöglicht ihm die Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Partei. Sanders bezeichnet sich als „demokratischer Sozialist“ und streitet unter anderem für eine stärkere Besteuerung der höchsten Einkommensschichten und global operierender Konzerne.

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