Parksünder belangen

Innsbrucks “Waffe”: Stadt klammert nun auch an Bussen

Tirol
07.06.2010 17:15
Weil ausländische Busfahrer Strafzettel fürs Falschparken nicht bezahlen, hat die Stadt Innsbruck jetzt auch zwei Radklammern für Touristenbusse angeschafft: "Das wird sich bei den Fahrern rasch herumsprechen", hofft Verkehrsstadtrat Walter Peer. Zweck ist, jene Parkplätze im Zentrum freizuhalten, die zum Ein- und Aussteigen von Fahrgästen gedacht sind.

Als Dauerparkplatz missbrauchen Reisebusse häufig den Platz bei den Raiffeisensälen an der Ecke Marktgraben/Innrain, auch als "Ohrwaschl" bekannt. "Der Platz ist zwar für Busse gedacht, aber nur zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste", berichtet Verkehrsstadtrat Walter Peer der "Krone". "Wenn ständig Busse parken, behindern sie andere." 

Das dürfte aber vielen ausländischen Buslenkern nicht bekannt sein, auch wenn zahlreiche Schilder auf das Parkverbot hinweisen. "Generell gilt in der Stadt ein solches Verbot für Lkw über 7,5 Tonnen", erklärt Elmar Rizzoli, Chef des städtischen Sicherheitsdienstes MÜG. Dauerparkplätze für Busse stünden am Fennerareal in ausreichender Anzahl bereit.

Peer: "Eine Frage der Gerechtigkeit"
Zwischen 21 und 45 Euro kostet einen Buslenker das Vergehen beim "Ohrwaschl" – zu wenig, um im Ausland verfolgt werden zu können. Die Grenze liegt bei 70 Euro. Die Folge: "Strafzettel wurden einfach weggeworfen, weil die Busfahrer das natürlich genau gewusst haben", berichtet Walter Peer. "Das ist einfach eine Frage der Gerechtigkeit. Inländische Lenker dürfen zahlen, ausländische zeigen uns die lange Nase. Das kann’s nicht sein", begründet Peer den Ankauf der zwei Bus-Klammern. 

Die MÜG-Mitarbeiter mussten eigens geschult werden, denn leicht sind die kiloschweren Geräte nicht anzulegen. "Mit ein bisschen Übung geht’s aber", sagt Rizzoli. Eingesetzt werden sie nicht nur bei Reisebussen, sondern auch bei Sattelzügen, die in Wohngebieten abgestellt sind. "Auch das kommt immer wieder vor", berichtet er. 

Auch Pkw-Klammern im Einsatz
Stadtrat Peer glaubt nicht, dass die Radklammern allzu häufig verwendet werden müssen: "Das wird sich unter den Fahrern rasch herumsprechen. Buslenker sind gut organisiert." Für Pkw hat die Stadt übrigens 10 Klammern im Einsatz. Bislang haben diese schon 500 Organmandate je 21 Euro eingespielt – macht 10.500 Euro, bei Anschaffungskosten von 2.500 Euro. Die zwei Busklammern kosteten übrigens 2.200 Euro.

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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