22.09.2019 08:00 |

Karl Reiter:

Ich habe mir den Kindheitstraum erfüllt

Als Karl J. Reiter in Jahr 2004 von Tirols ins Burgenland auswanderte, wusste er noch nicht, was auf ihn zukommen würde. Heute hat er in Bad Tatzmannsdorf und Stegersbach drei Betriebe mit fast 600 Mitarbeitern.

Karl Reiter, der heuer 70 wurde, hat schon viel erreicht in seinem Leben. Zuerst in Tirol, nun im Burgenland. Der Achenkircher hat 1975 das elterliche Gasthaus am Achensee übernommen. „Fünf Leute waren wir damals“, erinnert sich Karl beim „Krone“-Besuch in Bad Tatzmannsdorf. Die kleine „Post“ hat er dann zum Luxus-Wellnesshotel „Posthotel Achenkirch“ ausgebaut, das heute sein Sohn Karl junior führt.

„Hinter den Guten sind wir her“
Anfang der 2000er-Jahre wollte Reiter dann aber noch einmal etwas Neues starten. Er wurde im Burgenland fündig und übernahm in Bad Tatzmannsdorf die zwei ehemaligen Steigenberger-Hotels samt Golfplatz und 150 Hektar Grund. Die Rechnung ist aufgegangen. Er beschäftigt in den zwei Hotels – 5-Sterne-Supreme und das Reiters 4-Sterne-Reserve Familien-Hotel – 380 Mitarbeiter. Im dritten Hotel in Stegersbach – das Allegria Ressort – sind weitere 200 Personen angestellt. „Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Hinter den Guten sind wir her, wie der Teufel hinter den armen Seelen“, spielt Reiter augenzwinkernd auf das Mitarbeiter-Problem an. „Die Mitarbeiter sind das Wichtigste für jeden Betrieb“, sagt Reiter. Aber er sagt es nicht nur, sondern er lebt es auch. Seit der ersten Stunde an.

Auch die Mitarbeiter wie Gäste behandeln
Seine Mitarbeiter-Wohnungen sind nicht nur ein „Dach über dem Kopf“, sondern richtige Gäste-Zimmer und Wohnungen. Zum Geburtstag bekommen die Mitarbeiter Gutscheine für die Reiter-Hotels, der letzte Betriebsausflug ging nach New York. Wie gesagt, Reiter lebt seine Philosophie. Die 5-Tage-Woche ist für seine Mitarbeiter selbstredend.

Produkte fast ausschließlich aus der Region
Dasselbe gilt auch bei der Nachhaltigkeit. „Ich bin Land- und Gastwirt“, sagt der sechsfache Familienvater, wenn er nach seinem Beruf gefragt wird. Die Produkte kommen fast ausschließlich aus der Region, Gewirtschaftet wird im Einklang mit der Natur. Er selbst hat einen Bauernhof mit 150 Angusrindern. Und 70 Pferde - vorwiegend Lipizzaner. Die Liebe zu den Pferden hat übrigens einen (traurigen) Hintergrund. „Als wir unsere letzten Pferde am Achensee verkauft haben, habe ich Hansi und Fanny im Wald versteckt. Vergebens. Mein Vater hat zwar gesagt, dass wir bald ein neues kaufen werden, hat das aber nicht gehalten“, erinnert sich Karl genau.

Dann ist Reiter auch noch Weinbauer. In St. Georgen in der Nähe von Eisenstadt hat er 18 Hektar Weingärten. Zusammen mit „The Butcher“ Hans Schwarz macht er seine Weine. Unter dem Namen Panta Rhei. Alle Produkte aus dem Hause Reiter können in der hauseigenen „Genusswerkstätte“ bezogen werden.

Sparen, aber dabei doch immer großzügig sein
Auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept sagt Reiter: „Die Gründe für meinen Erfolg sind harte, redliche Arbeit, immer der Versuch, dem Unternehmen und den Menschen zu dienen und ein Gespür für die Bedürfnisse des Gastes. Wichtig ist einerseits Sparsamkeit, aber andererseits gegenüber Mitarbeitern und Gästen doch großzügig zu sein.“ Und was wünscht er sich zu seinem 70er? „Gesundbleiben! Ich habe mir hier meinen Kindheitstraum erfüllt. Es ist gut, wie es ist! Aber es ist nichts selbstverständlich“, sagt Reiter abschließend demütig. Demütig, wie er es immer schon war.

Markus Gassler
Markus Gassler
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