19.09.2019 05:30 |

Gegen Genussregionen

Klage sorgt für böses Blut in der Bauernschaft

In der Bauernschaft rumort es gewaltig. Grund ist eine von der AMA eingebrachte Klage gegen die Genussregionen Österreich, die regionale Leitprodukte wie etwa die Pöllauer Hirschbirne seit Jahren erfolgreich vermarkten. Der mehr als 3000 Mitglieder umfassende Verein, dessen Herz in der Steiermark schlägt, soll in Zukunft von Wien aus neu organisiert werden.

„Wieso will man nach jahrelanger harter Aufbauarbeit etwas kaputt machen, das so erfolgreich läuft?“, schüttelt Franz Deutschmann, Sprecher der Genussregionen Österreich, den Kopf. Der Biokäse-Produzent aus dem weststeirischen Frauental spricht stellvertretend für die mehr als 3000 Mitglieder, die sich jetzt mit einer äußerst unangenehmen Klage konfrontiert sehen.

Die AMA (AgrarMarkt Austria) als Markeninhaberin der Genussregionen Österreich will den gleichnamigen Verein, der zur Verwaltung der Marke 2005 ins Leben gerufen wurde, zerschlagen. „Geht es um Neid, geht es um Macht?“, findet Deutschmann keine schlüssige Erklärung für den radikalen Schritt. Es sei jedenfalls „völlig unverständlich, wieso dieses Erfolgskonzept mit gewachsenen Strukturen und transparenten Regeln nun verwässert oder gar kaputt gemacht werden soll.“

AMA als Klägerin weist alle Vorwürfe zurück
„Alles Blödsinn“, heißt es dazu auf „Steirerkrone“-Anfrage von der AMA. Die eigene Klientel zu verklagen sei keinesfalls eine leichte Entscheidung gewesen: „Konstruktive Gespräche blieben uns leider verwehrt“, betont Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing GmbH.

„Wir wollen uns die Verwaltung unserer Marke deshalb zurückholen, weil wir die zahllosen bäuerlichen Initiativen, die es in Österreich gibt, bündeln möchten. Nicht zuletzt haben Rechnungshof und Finanzprokuratur eine Konsolidierung im Kulinariksektor gefordert“, erklärt Blass.

„Kein Vertrauen mehr“
„Wir haben kein Vertrauen in die AMA. Sie hat es trotz massiver Unterstützung aus dem Landwirtschaftsministerium bis heute nicht geschafft, nur annähernd vergleichbare Erfolge bei der Förderung von Regionalität zustande zu bringen, es gibt einfach keine Strategien“, meint hingegen Franz Deutschmann.

Weniger Qualität, mehr Kontrollen gefürchtet
Zudem seien die Richtlinien der AMA weit unter den Genussregionen: „Ein Erdbeerjoghurt, in dem keine einzige österreichische Erdbeere enthalten ist, das gibt es bei uns nicht“, legt Deutschmann nach.

Seine Hoffnung: „Dass es weiterhin ein Nebeneinander gibt und jeder seinen Platz hat. Die Tausenden Mitglieder wollen dies übrigens auch.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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