Leichen-Transporte

Bis zur letzten Ruhe werden weite Wege gefahren

Bis zur letzten Ruhe ist es manchmal noch ein weiter Weg. So gibt’s in der Steiermark Unkenrufe, dass Verstorbene zur Einäscherung knapp 200 Kilometer weit nach St. Marienkirchen an der Polsenz gefahren werden, wo seit 2015 ein privates Krematorium steht. Da wird von Preisdumping und Leichentourismus gesprochen – Vorwürfe, die der Chef der „Feuerbestattung OÖ“ nicht stehen lässt.

„Ja, wir haben Partner in der Steiermark und fahren pro Woche bis zu dreimal mit unserem Wagen dorthin. Jeweils können wir bis zu acht Verstorbene transportieren“, erklärt Peter Schauer von der „Feuerbestattung OÖ“. Dass es in Graz und Knittelfeld Krematorien gibt und die Wege kürzer wären, aber seine Firma zum Zug kommt, erklärt er mit dem Umweltgedanken: „Wir sind das einzige Krematorium Österreichs, das CO2-neutral arbeitet. Und ein Sammeltransport ist umweltschonender, als wenn jeder Bestatter selbst zum Krematorium fährt.“

Keinen Ermäßigungen
Ermäßigungen würde es keine geben. Einer der acht Partner aus der Steiermark sagte im „Krone“-Gespräch, dass eine Sammlung sehr wohl billiger sei. „Pietät und Qualität dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Gehen Preisvorteile an die Hinterbliebenen, ist das in Ordnung“, so Rainer Wernhart, Bundesinnung der Bestatter.

Konkurrenz auch innerhalb von OÖ
Im Krematorium in Steyr werden jedes Jahr bis zu 1000 Leichen eingeäschert. Man habe einige Bestatter an die Konkurrenz aus St.…Marienkirchen verloren – da der Trend zur Feuerbestattung geht, ist man dennoch ausgelastet. „In Steyr werden 90 Prozent der Verstorbenen verbrannt“, sagt Peter Weymayer von der Friedhofsverwaltung. Werbung und Preiskampf würde man nicht betreiben. Und in Linz werden in den zwei Öfen des Krematoriums der Linz AG jährlich bis zu 3600 Einäscherungen vorgenommen.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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