16.09.2019 07:00 |

Historische Bilder

So haben die „Hackler“ die Steiermark geprägt

Mit der Erfindung der Fotografie gibt es ganz neue Wege, die Entwicklung der Wirtschaft in der Steiermark zu dokumentieren. Die Ausstellung „Steirerland im Arbeitsg‘wand“ im Grazer Museum für Geschichte taucht tief in diesen Bilderschatz ein und gibt herrliche Einblicke in Industrie, Handel und Arbeiterkampf.

Hätten Sie gewusst, wo das Wort „Hackler“ herkommt? So wurden einst in Schienenwalzwerken wie Donawitz jene Arbeiter genannt, die den Stahl mit Hacken gedreht haben, um es beim Walzen ins nächste Kaliber zu bringen. „Die sogenannte gute, alte Zeit, war für Arbeiter vor allem eine harte Zeit“, sagt Josef Herk, Präsident der Steirischen Wirtschaftskammer, die die Schau mitermöglicht.

Drei Jahre lang wurde von den Experten des Universalmuseum Joanneum im Zuge der „Landesaufnahme“ Bildmaterial gesichert, das Einblicke in die Entwicklung der Steirischen Wirtschaft seit der Erfindung der Fotografie gibt: „Wir haben die Archive von heute noch erfolgreichen Firmen durchforstet und Bilder von längst verschwundenen Betrieben ausfindig gemacht“, erklärt der Kurator Walter Feldbacher.

Schätze „ausgegraben“
Dabei sind sie auf so manchen Schatz gestoßen: Zum Beispiel ein Werbebild von Ennstal Milch, die einst Pioniere der Tetra-Verpackung waren. Oder Bilder vom Geschäft von Otto Pußwald in St. Johann in der Haide, in dem man noch Jahre nach Einführung des Euro mit Schilling bezahlen konnte.

Als nach Erdöl gebohrt wurde
Man findet zudem heraus, dass in der Steiermark einst nach Erdöl gebohrt wurde, das Fahrrad um 1900 längst nicht nur von Puch in Graz gebaut wurde und Frauen als Arbeitskräfte und Pionierinnen oft übersehen wurden. Und auch der harte Kampf um Rechte für die Arbeiter - wie der 8-Stunden-Tag und der Anspruch auf Urlaub - sind dokumentiert.

Ganze Branchen sind verschwunden
Die hunderten Bilder und Reklamen in der Ausstellung (bis 19. Jänner) zeigen die steirische Wirtschaft im Wandel der Zeit - manche Berufe und ganze Branchen sind gänzlich verschwunden, andere haben sich durch die Industrialisierung massiv verändert, neue sind hinzugekommen. Einzig der Beruf des Politikers ist in all den Jahrzehnten gleich geblieben, wie die Bilder beweisen: Hände schütteln, Ansprachen halten und Spatenstiche, so hat das auch schon um 1900 ausgesehen. Infos: www.museum-joanneum.at

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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